Klimaexperte Flasbarth verlässt Umweltministerium

Klimaexperte Flasbarth verlässt Umweltministerium
Kurz vor der UN-Klimakonferenz verlässt ein profilierter Klimaexperte das Bundesumweltministerium: Staatssekretär Jochen Flasbarth wechselt zu einer Stiftung - bleibt seinem Thema aber treu.

Berlin (epd). Der Staatssekretär im Umweltministerium, Jochen Flasbarth, verlässt die Politik. Der ausgewiesene Klimaexperte wechselt zur European Climate Foundation, wie aus einem Schreiben von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) an die Mitarbeitenden hervorgeht, das dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag vorlag. Die Nachfolge übernehme Anfang November die bisherige Abteilungsleiterin für internationale Klimapolitik, Heike Henn, sagte ein Sprecher des Ministeriums dem epd.

Schneider bezeichnet den 64-jährigen Flasbarth in dem Schreiben als „Urgestein der deutschen Umwelt- und Klimapolitik“. Der Staatssekretär sei zudem „ein enger Vertrauter, ein Mensch, auf den ich mich immer verlassen konnte und kann - und vor allem ein feiner Kerl“.

Diplom-Volkswirt aus dem Ruhrgebiet

Flasbarth war mehrmals in herausgehobener Position an den Verhandlungen der Weltklimakonferenz beteiligt. Die nächste Konferenz findet im November in der Türkei statt. Dort werde die deutsche Delegation von Schneider und Henn angeführt, sagte der Ministeriumssprecher.

Der in Duisburg geborene Diplom-Volkswirt Flasbarth war rund zehn Jahre lang hauptamtlicher Präsident des Naturschutzbundes Deutschland und wechselte 2003 erstmals ins Umweltministerium. Von 2009 bis 2013 war er Präsident des Umweltbundesamtes und ging dann als Staatssekretär ins Ministerium. Nach einem Zwischenspiel im Bundesentwicklungsministerium während der Ampel-Regierung kehrte Flasbarth im Mai 2025 in seine alte Wirkungsstätte zurück.