Frankfurt a.M., Kinshasa (epd). Die Ebola-Epidemie im Ostkongo bleibt weiter außer Kontrolle. Die Zahl der Menschen, die nachweislich an einer Infektion gestorben sind, stieg nach jüngsten Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums auf mehr als 4.000. Damit liegt die Sterblichkeit weiter bei fast der Hälfte aller bestätigten Ebola-Fälle von bislang 8.442.
Kontakte der Infizierten lassen sich den Angaben vom Sonntag zufolge weiter nicht einmal zu drei Vierteln nachverfolgen. Daher kann sich das tödliche Virus weiter ausbreiten. Inzwischen sind sieben Provinzen der Demokratischen Republik Kongo betroffen. Auch wenn sich der Anstieg der Fall-Zahlen zuletzt verlangsamt hat, werden „Ärzte ohne Grenzen“ zufolge noch immer neue Ansteckungsherde gefunden. Auch in Regionen weiter im Westen wächst die Sorge vor einer Ausbreitung.
Schwierige Kontaktnachverfolgung
Der Ebola-Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, vermutlich begann er unerkannt bereits drei bis vier Monate zuvor. Viele Fälle bleiben nach Einschätzungen von Experten weiter unerkannt, und die Erkrankten werden nicht isoliert und entsprechend behandelt. Die Region leidet unter schwacher Gesundheitsinfrastruktur, schlechten Verkehrswegen und großer Armut. Erschwert wird die Eindämmung des Ausbruchs auch durch die seit Jahrzehnten anhaltende Gewalt im Ostkongo, wo zahlreiche Gruppen und Milizen um Macht und die Kontrolle über Rohstoffe kämpfen.
Für den Kongo ist es ist die 17. Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976 und die bereits weitaus tödlichste. Der aktuelle Ausbruch ist vom Bundibugyo-Virus verursacht, gegen den es bisher weder zugelassenen Medikamente noch einen gezielten Impfstoff gibt. Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektion, die über Körperflüssigkeiten von Erkrankten übertragen wird, etwa bei der Pflege von Kranken und bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die über den Tod hinaus infektiös sind.



