Salvador da Bahia (epd). Rechtsruck in Brasilien: Der ultrarechte Kandidat Flávio Bolsonaro erreicht nach Auszählung fast aller Stimmen bei der Präsidentschaftswahl am Sonntag (Ortszeit) 47 Prozent. 45,2 Prozent stimmten nach Behördenangaben für den aktuellen Präsidenten Luis Inácio da Silva. Es kommt am 25. Oktober zu einer Stichwahl. 158 Millionen Brasilianerinnen und Brasilianer waren zur Wahl am Sonntag aufgerufen.
Der 80 Jahre alte Lula absolviert zurzeit seine dritte Amtszeit. Sein 45 Jahre alter Herausforderer Flávio Bolsonaro ist der älteste Sohn von Jair Bolsonaro. Der Ex-Präsident wurde als Drahtzieher des versuchten Putsches nach seiner Niederlage gegen Lula bei den Wahlen 2022 zu 27 Jahren Haft verurteilt.
Niederlage für die aktuelle Regierung
Flávio Bolsonaro steht für die ultrarechte Linie seines Vaters und verspricht ein hartes Vorgehen gegen organisierte Kriminalität. Gegen ihn wird wegen Korruption und Geldwäsche ermittelt. Beliebt ist der Senator vor allem bei Polizisten sowie Angehörigen von Pfingstkirchen, einer wichtigen Wählergruppe in Brasilien.
Lula warb mit seinem den Kampf gegen soziale Ungleichheit und Armut für seine Wiederwahl. Beliebt ist er vor allem bei Menschen mit geringem Einkommen, Frauen sowie Bewohnerinnen und Bewohnern des Nordens und Nordostens von Brasilien.
Das Wahlergebnis vom Sonntag bedeutet eine Niederlage für die aktuelle Regierung der Arbeiterpartei PT. Präsident Lula liegt nicht nur hinter seinem Herausforderer, die Partido Liberal von Flávio Bolsonaro wurde außerdem im Senat und in den Bundesstaaten zur stärksten Kraft und kann in der Abgeordnetenkammer mehr neue Vertreter stellen als die Arbeiterpartei PT.



