Ostbeauftragte Kaiser für ostdeutsche Bundespräsidentin

Ostbeauftragte Kaiser für ostdeutsche Bundespräsidentin
Zum Tag der Deutschen Einheit kritisiert die Ostbeauftragte Kaiser die bestehende Ungleichheit zwischen Ost und West und spricht sich für eine ostdeutsche Bundespräsidentin aus.

Osnabrück (epd). Die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) hat daran erinnert, dass die Wiedervereinigung Deutschlands für viele Ostdeutsche „eine Zeit großer biografischer Umbrüche und existenzieller Sorgen“ gewesen sei. „Diese Erfahrungen prägen die Ostdeutschen bis heute“, sagte die SPD-Politikerin der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Seither sei jedoch viel erreicht worden: „Ostdeutschland ist heute eine wirtschaftliche Innovationsregion, ein wichtiger Wissenschaftsstandort und die Brücke in das östliche Europa.“ Viele Ostdeutsche hätten sich ein bescheidenes Vermögen erarbeitet.

„Trotzdem gibt es Baustellen, an denen wir gemeinsam weiterarbeiten müssen“, betonte die Ostbeauftragte der Bundesregierung. So gebe es weiterhin große Unterschiede bei Einkommen und Vermögen zwischen Ost und West. In Führungspositionen seien Ostdeutsche immer noch nicht ausreichend vertreten. „Diese Unterschiede müssen wir überwinden, um die Einheit tatsächlich zu vollenden“, mahnte Kaiser.

Zeit für eine ostdeutsche Bundespräsidentin

Zugleich forderte Kaiser mehr ostdeutsches Spitzenpersonal in der Politik: „Wenn die Spitzen der Bundesrepublik Deutschland am 3. Oktober in Bremen zum Tag der Deutschen Einheit zusammenkommen, fällt wiedermal auf, dass von Ihnen derzeit niemand aus Ostdeutschland kommt. Da kann schnell der Eindruck entstehen, die Ostdeutschen spielen in der Führung unseres Landes keine Rolle und sitzen nur am Katzentisch.“

Mit Blick auf die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte Kaiser: „Warum sollte die nächste Bundespräsidentin nicht eine kluge Frau aus Ostdeutschland sein? Ich finde, die Zeit ist reif wieder für ein ostdeutsches Staatsoberhaupt.“ Bundespräsident Steinmeier beendet am 18. März 2027 seine zweite Amtszeit und kann sich nicht erneut zur Wahl stellen. Die Wahl des neuen Staatsoberhaupts durch die Bundesversammlung ist für den 30. Januar 2027 geplant.