WHO: Gesundheitslage im Gaza-Streifen "absolut furchtbar"

WHO: Gesundheitslage im Gaza-Streifen "absolut furchtbar"
Seit einem Jahr herrscht eine brüchige Waffenruhe im Gaza-Streifen. Die medizinische Versorgung der zwei Millionen Menschen ist nicht gewährleistet.

Genf (epd). Ein Jahr nach Beginn der Waffenruhe bleibt die Gesundheitslage für zwei Millionen Menschen im Gaza-Streifen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) katastrophal. In dem palästinensischen Gebiet sei kein Krankenhaus voll im Betrieb, teilte die WHO-Repräsentantin für die palästinensischen Gebiete, Reinhilde Van de Weerdt, am Freitag in Genf mit.

Zudem herrsche ein chronischer Mangel an Medikamenten und medizinischen Geräten. Ohne funktionierende Labor- und Diagnosegeräte könnten Experten für öffentliche Gesundheit nicht zuverlässig feststellen, welche Erreger und Krankheiten in Gaza zirkulieren. Das bedeute, dass Ausbrüche nicht rechtzeitig erkannt und eingedämmt werden könnten.

Keine Garantie für Einfuhren

Ein wesentlicher Engpass für die Einfuhr von medizinischen und anderen humanitären Hilfsgütern in den Gaza-Streifen sei das Genehmigungsverfahren Israels. Das Verfahren ist laut Van de Weerdt mühsam und zeitaufwendig. Es gebe nie eine Garantie, dass eine Einfuhr genehmigt wird. Ein weiteres Problem sei, dass sich das israelische Genehmigungssystem ständig ändere.

Die Terrorgruppe Hamas überfiel 2023 Israel aus dem Gaza-Streifen heraus. Israel reagierte mit einer massiven Militäroffensive im Gaza-Streifen. Seit einem Jahr herrscht eine brüchige Waffenruhe.