Berlin (epd). Seit dem Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind laut „Save the Children“ im Schnitt etwa sieben Kinder pro Tag an dem Virus gestorben. Seit der Ausrufung des Ausbruchs im Mai hätten sich mindestens 2.071 Kinder und Jugendliche mit Ebola infiziert, teilte die Hilfsorganisation am Freitag mit Verweis auf Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums mit. An der Krankheit seien 961 von ihnen gestorben, fast jedes zweite infizierte Kind. 623 der verstorbenen Kinder waren demnach jünger als fünf Jahre.
Dass fast jedes zweite infizierte Kind sterbe, zeige, wie dringend sie geschützt werden müssten, sagte Katharina von Schroeder aus dem Kongo-Länderbüro von „Save the Children“ in der Hauptstadt Kinshasa. „Wir brauchen mehr Unterstützung für die Gesundheitsversorgung und für die betroffenen Familien in den Gemeinden.“
Fast 4.000 Tote
Die Hilfsorganisation rief dazu auf, die Versorgung in den betroffenen Orten umgehend zu verbessern. Verdachtsfälle müssten schneller erkannt und erkrankte Kinder schneller in Behandlung gebracht werden. Nur so könne der Schutz vor Ansteckung und die Aufklärung in den betroffenen Gemeinden verstärkt werden.
Der Ebola-Ausbruch war am 15. Mai gemeldet worden. Laut den kongolesischen Behörden infizierten sich bislang 8.224 Menschen. 3.982 von ihnen starben an den Folgen der Erkrankungen.
Keine zugelassenen Medikamente
Für den Kongo ist es ist die 17. Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des Virus 1976 - und die jetzt schon tödlichste. Der aktuelle Ausbruch ist vom Bundibugyo-Virus verursacht, gegen den es weder zugelassene Medikamente noch einen gezielten Impfstoff gibt. Die Region leidet unter schwacher Gesundheitsinfrastruktur, schlechten Verkehrswegen, großer Armut und anhaltender Gewalt.




