Frankfurt a.M., Santiago de Chile (epd). Unter dem Motto „Kein Peso weniger für die Bildung“ haben in Chile Studierende gegen Kürzungen im Bildungsbereich protestiert. Laut der landesweiten Konföderation der Studierenden (Confech) kamen am Donnerstag (Ortszeit) allein in der Hauptstadt Santiago rund 20.000 Demonstrierende zusammen. Die Polizei sprach dem Radiosender Bio Bio zufolge von 6.000 Teilnehmenden. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit Unterstützern der Regierung des ultrarechen Präsidenten José Antonio Kast. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein.
Die Sprecherin von Confech, Laura Mlynarz, kritisierte eine fehlende Dialogbereitschaft der Regierung und das Vorgehen der Polizei. „Tausende Studierende wurden ungerechtfertigt im Tränengas der Polizei gebadet“, sagte Mlynarz dem öffentlichen Fernsehsender TVN. Angesichts der Budgetplanungen für das kommende Jahr warnte sie vor starken Kürzungen, die die Qualität der Bildung negativ beeinflussen würden.
Weniger Schulstunden, keine kostenlosen Notebooks
Präsident Kast regiert Chile seit März. Seine Regierung hat zur Förderung der Wirtschaft Steuersenkungen für Wohlhabende und Unternehmen im Parlament durchgesetzt, die zu geschätzten Einbußen im Wert von 4,4 Milliarden US-Dollar im Staatshaushalt führen. Bereits vor der für kommende Woche geplanten Debatte zum Staatshaushalt wurde bekannt, dass unter anderem weniger Stunden an öffentlichen Schulen geplant sind. Zudem sollen keine kostenlosen Notebooks mehr an Schülerinnen und Schüler der siebten Klasse verteilt werden.
Kast verteidigte bei einer Pressekonferenz die geplanten Kürzungen im Staatshaushalt 2027. „Wir haben alles unternommen, um soziale Rechte beizubehalten“, sagte er.




