Klöckner zum 3. Oktober: "Einheit bedeutet nicht Gleichheit"

Klöckner zum 3. Oktober: "Einheit bedeutet nicht Gleichheit"
Bundestagspräsidentin Klöckner appelliert zum Tag der Deutschen Einheit, Unterschiede auszuhalten, Zumutungen zu ertragen und Kompromisse einzugehen. "Demokratie erschöpft sich nicht im Dürfen", sagt sie.

Berlin (epd). Zum Tag der Deutschen Einheit hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) dazu aufgefordert, „Unterschiede auszuhalten“. „Einheit bedeutet nicht Gleichheit“, erklärte Klöckner am Freitag anlässlich des Fests zum Feiertag, das in diesem Jahr in Bremen stattfindet. Zur deutschen Einheit gehörten unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven.

„Einheit heißt, diese Unterschiede auszuhalten, miteinander im Gespräch zu bleiben und gemeinsame Regeln und Grundrechte zu achten“, sagte Klöckner. Demokratie und Parlamentarismus bräuchten Widerspruch und Debatte, „aber ebenso die Bereitschaft, notwendige Zumutungen zu ertragen und Kompromisse einzugehen“. Hier seien alle gefordert: „Demokratie erschöpft sich nicht im Dürfen.“ Die Bundestagspräsidentin appellierte zudem, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung sowohl auf die Spuren der Teilung zu blicken, als auch „das viele Gute“ zu sehen, „was wir gemeinsam erreicht haben“.

Festakt in Bremen

Der Tag der Deutschen Einheit wird am Samstag traditionell mit einem Festakt begangen. Die zentrale Rede hält in diesem Jahr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Zuvor findet ein Festgottesdienst im Bremer Dom statt. Am Tag der Deutschen Einheit wird die Wiedervereinigung der mehr als 40 Jahre lang getrennten beiden deutschen Staaten gefeiert.