Wissenschaftlerin: Jugendsprache kein Zeichen für Sprachverfall

Wissenschaftlerin: Jugendsprache kein Zeichen für Sprachverfall
"Crashout", "Peak" und "Ragebait" stehen als Jugendwort des Jahres zur Wahl. Die Wörter zeigen laut einer Erlanger Sprachwissenschaftlerin, wie stark soziale Medien die Jugendsprache prägen.
02.10.2026
epd
epd-Gespräch: Johanna Husarek

Erlangen (epd). „Crashout“, „Peak“ und „Ragebait“ stehen am 10. Oktober zur Wahl zum Jugendwort des Jahres. Der Langenscheidt-Verlag verkündet an dem Tag das finale Wort auf der Frankfurter Buchmesse. Die Begriffe zeigen nach Einschätzung der Sprachwissenschaftlerin Judith Willberg von der Universität Erlangen-Nürnberg vor allem, wie stark soziale Medien die Jugendsprache prägen. TikTok sei derzeit ein wichtiger Motor für neue Ausdrücke.

Jugendsprache sei kein Zeichen für einen Verfall der deutschen Sprache, sagte Willberg dem Evangelischen Pressedienst (epd). Vielmehr zeige sie, wie kreativ und wandelbar Sprache sei. Jugendliche nutzten eigene Begriffe auch zur Abgrenzung von älteren Generationen und als Ausdruck von Zugehörigkeit. Schimpfwörter und vulgäre Ausdrücke könnten dabei unter Jugendlichen ihre abwertende Wirkung verlieren und stattdessen Nähe und gemeinsamen Humor ausdrücken.

„Macker“ feiert sprachliches Comeback

Viele Jugendwörter verschwinden nach einiger Zeit wieder, andere kehren laut Willberg zurück oder werden Teil der Alltagssprache. Als Beispiel nannte sie „geil“, das ursprünglich eine ganz andere Bedeutung hatte. Auch „Macker“ erlebt nach ihren Worten derzeit ein sprachliches Comeback. Eine feste Altersgrenze für Jugendsprache gebe es nicht. Sie beginne teilweise bereits im Grundschulalter und werde meist gegen Ende der Schulzeit weniger verwendet.