Bischofskonferenz: AfD stellt Grundwerte des Zusammenlebens infrage

Bischofskonferenz: AfD stellt Grundwerte des Zusammenlebens infrage
In Fulda geht die Herbst-Vollversammlung der katholischen Bischöfe zu Ende. Der Vorsitzende Wilmer warnt davor, das Narrativ des demokratischen Zerfalls weiterzuverbreiten, und kündigt an, sich auch weiter zur AfD zu Wort zu melden.

Fulda (epd). Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat sich beunruhigt geäußert über den Zulauf der AfD bei den zurückliegenden Landtagswahlen. Wilmer sprach am Donnerstag in Fulda von einem „Paradigmenwechsel“, wenn die Partei Regierungsverantwortung übernehmen sollte. Die AfD widerspreche in ihrer Programmatik, Rhetorik und politischen Ausrichtung diametral dem christlichen Gottes- und Menschenbild, sagte er zum Abschluss der Herbst-Vollversammlung.

„Die AfD stellt die Grundwerte unseres Zusammenlebens infrage. Sie will ein anderes Deutschland“, sagte der Bischof von Münster. Es sei daher erschreckend, wenn 30 Prozent der Katholikinnen und Katholiken die AfD wählten.

Antwort lautet Nächstenliebe und Demokratie

Die Antwort der Kirche sei der Verweis auf Menschenwürde, Nächstenliebe und demokratische Kultur. Die Würde jedes Menschen bestehe unabhängig von Alter, Herkunft, sozialer Schicht und Geschlecht. „Wir dürfen den spalterischen Parolen nicht nachlaufen“, sagte Wilmer. „Wir werden uns auch weiterhin zu Wort melden, gerade wenn Hass und Hetze zunehmen und das Narrativ einer defekten Demokratie weiter verbreitet wird.“ Politik dürfe sich nicht von extremen politischen Rändern bestimmen lassen. Dazu brauche es eine handlungsfähige demokratische politische Mitte.

Die AfD war bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt jeweils stärkste Kraft geworden. In Mecklenburg-Vorpommern erreichte die AfD 38,2 Prozent der Stimmen, in Sachsen-Anhalt erzielte sie mit 43,8 Prozent ihr bestes Ergebnis und steht dort kurz vor der Regierungsübernahme. In Berlin gewann die Linke die Wahlen zum Abgeordnetenhaus mit 25,7 Prozent.