Zehntausende zu Demonstrationen gegen Militarisierung erwartet

Zehntausende zu Demonstrationen gegen Militarisierung erwartet
In der Hauptstadt sind für Kundgebungen gegen Krieg am Freitag und Samstag insgesamt rund 70.000 Menschen angemeldet. Die Veranstalter wenden sich unter anderem gegen eine Wiedereinführung der Wehrpflicht und die Rekrutierung Minderjähriger.

Berlin (epd). In Berlin werden am Freitag und Samstag Zehntausende Teilnehmende zu Demonstrationen gegen Krieg und eine mögliche Wehrpflicht erwartet. Zu einer Demonstration der Deutschen Friedensgesellschaft unter dem Motto „Unzwingbar“ am Brandenburger Tor sind für Freitagnachmittag laut Polizeiangaben 30.000 Menschen angemeldet. Am Samstagmittag werden für einen Demonstrationszug der Initiative „Nie wieder Krieg - die Waffen nieder“, der ebenfalls am Brandenburger Tor startet, sogar 40.000 Teilnehmende erwartet.

Bei der „Unzwingbar“-Kundgebung werden laut Veranstalterangaben mehrere Konzerte gespielt, unter anderem von der Band K.I.Z und dem Rapper Apsilon. Die Veranstalter forderten vorab etwa, dass eine Wehrpflicht nicht wiedereingeführt werden dürfe und die Bundeswehr keine Jugendlichen unter 18 Jahren anwerben solle.

Die Demonstrationen am Samstag werden laut den Organisatoren von rund 300 Organisationen und Initiativen unterstützt. Auch in Stuttgart soll demonstriert werden. Dort gebe es unter anderem ein Video-Grußwort der ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Margot Käßmann.

Schulstreik gegen Wehrpflicht

In der vergangenen Woche protestieren bereits Schülerinnen und Schüler beim „Schulstreik gegen Wehrpflicht“. Laut der gleichnamigen Initiative gingen dabei bundesweit rund 45.000 Menschen auf die Straßen.

Seit Januar erhalten 18-Jährige im Rahmen des neuen Wehrdienst-Modernisierungsgesetzes einen Fragebogen zur Bereitschaft zum Wehrdienst. Werden vorgesehene Personalziele nicht erreicht, müsste der Bundestag über eine Bedarfswehrpflicht entscheiden.