Studie: Jeder dritte Mensch auf der Welt leidet unter Ernährungsarmut

Studie: Jeder dritte Mensch auf der Welt leidet unter Ernährungsarmut
Trotz leichter Verbesserungen leidet etwa ein Drittel der Weltbevölkerung unter Ernährungsarmut. Rund 2,79 Milliarden Menschen sind laut einer Studie betroffen. Weltweit fehlen 2,79 Billionen US-Dollar für eine gesunde Ernährung aller Menschen.

Aachen, Berlin (epd). Die Zahl der von Ernährungsarmut betroffenen Menschen auf der Welt ist einer Studie zufolge leicht gesunken, allerdings auf weiterhin hohem Niveau. Wie das katholische Entwicklungshilfswerk Misereor am Donnerstag in Aachen bei der Vorstellung der Studie „Armutslücke Welternährung 2026“ mitteilte, konnten sich im Jahr 2025 rund 2,79 Milliarden Menschen keine gesunde Ernährung leisten. Das sei zwar im Vergleich zum Jahr zuvor ein Rückgang um etwa drei Prozent, sagte Studienautor und Entwicklungsökonom Jonas Stehl von der Universität Göttingen. Zugleich bedeute die Zahl aber weiterhin, dass im Durchschnitt jeder dritte Mensch auf der Welt unter Ernährungsarmut leide.

Die Studie wurde im Vorfeld des Erntedankfestes (4. Oktober) und des Welternährungstages (16. Oktober) vorgestellt. Laut den Berechnungen der Studie entsprach die Armutslücke im vergangenen Jahr rund 2,79 Billionen US-Dollar, das waren 1,3 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung. Dieser Betrag fehle, um allen Menschen auf der Welt eine gesunde Ernährung zu ermöglichen, betonte Stehl.

Miseror: Milliarden Menschen bleiben von Wohlstand ausgeschlossen

„Die Welt produziert faktisch genug Wohlstand, doch Milliarden bleiben davon ausgeschlossen“, erklärte der Misereor-Experte für Welternährung, Lutz Depenbusch. Die größte Verbesserung verzeichnet im Berechnungszeitraum 2025 Südasien. Damit lässt die Region Rückschläge aus Zeiten der Corona-Krise hinter sich.

Ein Treiber von Ernährungsarmut seien steigende Preise für Lebensmittel. „Die Preise für eine gesunde Ernährung sind zwischen 2017 und 2025 um 46 Prozent angestiegen“, berichtete Stehl. Insbesondere in Nahost-Nordafrika habe der Preisanstieg zwischen 2017 und 2025 den langjährigen Anstieg der Ernährungsarmut verstärkt.

Besonders betroffen von der Entwicklung sei das ostafrikanische Mosambik, wo 92 Prozent der Menschen unter Ernährungsarmut litten, sagte der Wissenschaftler. Auch in Ländern wie Haiti oder Syrien gebe es viele Familien, die sich eine gesunde Ernährung nicht leisten könnten.