Musiker Danger Dan: Angst darf einen nicht lähmen

Musiker Danger Dan: Angst darf einen nicht lähmen
Der Musiker Danger Dan fordert Entschlossenheit im gesellschaftlichen Einsatz gegen Rechtsextremismus. Wer auf nichts anderes als Deutschland stolz sein könne, solle sich lieber "einen Hund" anschaffen, rät er.

Augsburg (epd). Der Musiker Danger Dan fordert trotz anhaltender Bedrohungen durch Rechtsextremisten einen mutigen gesellschaftlichen Widerspruch. „Angst zu haben heißt nicht, sich davon lähmen zu lassen. Wer vor lauter Angst nichts tut, den hat die Angst besiegt“, sagte der Künstler der „Augsburger Allgemeinen“ (Donnerstag). Er selbst kenne die Furcht um die eigene körperliche Unversehrtheit seit Langem, wolle sich ihr aber nicht unterordnen.

Viel wichtiger als Debatten über Kunstfreiheit sei die Auseinandersetzung mit dem erstarkenden Rechtsextremismus und der damit verbundenen Gewalt, sagte er. Sein Publikum lasse sich von Liedern wie „Keine Angst“ durchaus zu konkreten Aktionen anregen, sagte Danger Dan. So hätten Initiativen nach Veröffentlichung des Titels unter anderem eigenständige Anlaufstellen geschaffen, um Aktivitäten von Neonazis sichtbar zu machen und zu dokumentieren.

Kritik an nationalistischen Haltungen

Scharfe Kritik übte Danger Dan, der mit bürgerlichem Namen Daniel Pongratz heißt, an nationalistischen Haltungen. Es gebe eigentlich keinen Grund, „sich mit 'Deutschland' zu identifizieren, außer man hat sonst nichts, worauf man stolz sein kann“, sagte er: „Dass wir hier geboren wurden und nicht zum Beispiel in Aleppo, ist reiner Zufall.“ Wer versuche, innere Leerräume über Nationalstolz zu kompensieren, solle sich stattdessen lieber „einen Hund“ anschaffen.