Bischöfe: Künstliche Intelligenz kann hilfreiches Werkzeug sein

Bischöfe: Künstliche Intelligenz kann hilfreiches Werkzeug sein
Noch bis Donnerstag beraten die katholischen Bischöfe in Fulda, am Mittwoch stand der verantwortliche Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) auf der Agenda.

Fulda (epd). Die katholische Kirche sieht in Künstlicher Intelligenz (KI) ein hilfreiches Werkzeug für die Menschheit, weist aber auch auf Risiken der Nutzung hin. KI könne Krankheiten früher erkennen, Bildungszugänge erweitern, schwere Arbeit erleichtern und dazu beitragen, die großen Aufgaben der Gegenwart besser zu bewältigen, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, am Mittwoch in Fulda während der Herbst-Vollversammlung der Bischofskonferenz.

Künstliche Intelligenz sei aber niemals neutral. „In ihr stecken Interessen, wirtschaftliche Macht, politische Entscheidungen und die Vorurteile derjenigen, die sie entwickeln, finanzieren und einsetzen“, sagte der Bischof von Münster. Deshalb genüge es nicht, technische Innovation zu feiern. „Entscheidend ist die Frage: Dient die Künstliche Intelligenz dem Menschen - oder wird der Mensch der KI angepasst?“ Wilmer forderte: „Menschen müssen Entscheidungen nachvollziehen, anfechten und korrigieren können.“

Am Mittwoch sprechen die 60 in Fulda versammelten Bischöfe über die ethischen Herausforderungen der KI. Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der Enzyklika von Papst Leo XIV. „Magnifica Humanitas“ (Großartige Menschheit).

Lehrschreiben von Papst Leo

Ende Mai, an Pfingstmontag, hatte Papst Leo XIV. sein erstes umfassendes Lehrschreiben zum Thema Künstliche Intelligenz veröffentlicht. KI sei zwar ein wertvolles Hilfsmittel für die Menschheit, berge aber auch Gefahren für Missbrauch. In seiner Enzyklika definiert das katholische Kirchenoberhaupt Bedingungen für einen verantwortlichen Einsatz der generativen KI. Die Verantwortung müsse immer in der Hand von Menschen liegen.

Er kritisierte beispielsweise, dass KI bislang international nicht reguliert werde und dass die Macht und das Wissen über Entwicklung, Forschung und Einsatz bei wenigen Tech-Unternehmen liege anstatt bei Staaten. Auch den Ressourcen-Einsatz, der für Entwicklung und Nutzung von KI nötig ist, hält der Papst für problematisch.