Berlin (epd). Nach acht Wochen Volksbad blickt der Intendant der Berliner Volksbühne positiv auf die bundesweit beachtete Aktion zurück. Vier Millionen Berlinerinnen und Berliner hätten das temporäre Freibad geliebt, sagte Matthias Lilienthal am Dienstag dem RBB-Inforadio. Am Dienstag sollte das Projekt mit einem letzten gemeinsamen „Eisbaden“ enden.
Rund 410.000 Euro habe das Volksbad gekostet. Ziel sei gewesen, auf die verfallende Infrastruktur der Hauptstadt aufmerksam zu machen. Das Freibad habe zudem den Blick auf das Theater verändert, erklärte Lilienthal: Es sei ein Theater, welches versuche, auf die elementaren Bedürfnisse der Berlinerinnen und Berliner einzugehen. Der wichtigste Erfolg sei jedoch die Pommesbude daneben gewesen.
„Freiwild auf der Straße“
Zu Problemen geführt hatte die Ankündigung eines Schwimmnachmittags für schwarze Kinder und Jugendliche. Der Verein Each One Teach One (Eoto) mietete das Bad, woraufhin es laut Medienberichten Gewaltandrohungen und diskriminierende Kommentare gegenüber Eoto gab. Dieser „Shitstorm“, wie ihn Lilienthal nannte, habe auch ihn sowie seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu „Freiwild auf der Straße“ gemacht. Zeitweise habe er sich nicht mehr vor das Haus getraut, berichtete er.
Vor der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz lud vom 7. August an ein sogenanntes Volksbad zum Schwimmen ein. Das temporäre Freibad war das erste Projekt des neuen Volksbühnen-Intendanten Matthias Lilienthal. Besucher konnten nach der Reservierung eines Zeitslots kostenlos und ohne die in Berliner Freibädern geltende Ausweispflicht schwimmen gehen.




