Warschau (epd). Die Gedenkstätte Auschwitz erhält Aufzeichnungen des früheren NS-Lagerkommandanten Arthur Liebehenschel (1901-1948). Die rund 20 Seiten umfassenden handschriftlichen Notizen aus Täterperspektive habe Liebehenschel 1947 zur Vorbereitung auf seinen Prozess angefertigt, sagte der Generaldirektor der Auschwitz Birkenau Foundation, Wojciech Soczewica, dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag in Warschau. Sie seien am Montag zusammen mit anderen Unterlagen von einer Einrichtung in Haifa an die Stiftung übergeben worden.
Liebehenschel war von November 1943 bis Mai 1944 Kommandant des Vernichtungslagers Auschwitz. Im Krakauer Auschwitz-Prozess wurde er im Dezember 1947 wegen Beteiligung am Völkermord zum Tode verurteilt und später hingerichtet.
Unersetzliches Dokument
Soczewica sagte, die Notizen würden am 23. Oktober in Warschau an die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau sowie andere Unterlagen an weitere Gedenkstätten und Museen übergeben. Die Aufzeichnungen von Liebehenschel seien ein unersetzliches Dokument und sehr wichtig für die Gedenkstätte. Sie stammen aus einem Konvolut, dessen Versteigerung 2025 abgesagt worden war. Danach habe die Einrichtung in Haifa die Dokumente erworben und gebe sie nun kostenlos ab.




