Umfrage: Staat und freie Wohlfahrt sollen soziale Träger sein

Umfrage: Staat und freie Wohlfahrt sollen soziale Träger sein
Sowohl staatliche Ebenen als auch gemeinnützige Träger sollen die soziale Infrastruktur betreiben, hat eine Forsa-Umfrage für die Diakonie ergeben. Bei der Qualität der Arbeit der Gemeinnützigen sehen die Befragten aber noch Luft nach oben.

Berlin (epd). Mehr als ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland sieht einer Umfrage zufolge allein den Staat bei der sozialen Infrastruktur in der Pflicht. 36 Prozent der Befragten einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Diakonie Deutschland gaben an, staatliche Stellen sollten Einrichtungen wie Kitas, Pflegeheime oder Beratungsstellen betreiben.

Weitere zwölf Prozent sahen die soziale Infrastruktur bei Trägern der freien Wohlfahrt besser aufgehoben. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Befragten bevorzugte eine Mischung aus staatlichen und freigemeinnützigen Trägern. Lediglich ein Prozent antwortete, die soziale Infrastruktur solle privaten Unternehmen überlassen werden.

Transparenz und Werteorientierung am wichtigsten

Für die Diakonie hatte Forsa Mitte Juli 2.000 zufällig ausgewählte Erwachsene telefonisch befragt. Demnach waren den Menschen bei Trägern sozialer Einrichtungen Transparenz (71 Prozent) und eine klare Werteorientierung (68 Prozent) am wichtigsten. Wirtschaftlichkeit (29 Prozent) und Unabhängigkeit vom Staat (20 Prozent) wurden deutlich weniger hoch gewichtet. Lediglich 22 Prozent der Befragten bescheinigten den freigemeinnützigen Trägern eine hohe Qualität in deren Arbeit.

Nach den Worten des Präsidenten der Diakonie Deutschland, Rüdiger Schuch, zeigt die Umfrage, dass die Menschen in Deutschland sich bei sozialen Aufgaben ein „starkes Miteinander“ zwischen Staat und Hilfsorganisationen bei sozialen Aufgaben wünschten. Die Umfrage sende zugleich ein Signal an die Bundesregierung für einen starken Sozialstaat. „Reine Spardebatten helfen nicht weiter, wenn es um die Daseinsvorsorge geht“, sagte Schuch.