Sudan bleibt laut UN Schauplatz der größten Flüchtlingskrise

Sudan bleibt laut UN Schauplatz der größten Flüchtlingskrise
Rund 11,3 Millionen Menschen aus dem Sudan sind auf der Flucht vor Gewalt und Zerstörung. Viele retteten sich in Nachbarländer wie den Tschad.

Genf (epd). Dreieinhalb Jahre nach Beginn des Krieges bleiben der Sudan und die umliegende Region laut den Vereinten Nationen Schauplatz der größten Flüchtlingskrise weltweit. Rund 11,3 Millionen Menschen seien innerhalb oder außerhalb des Landes geflüchtet, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am Freitag in Genf mit.

Fast eine Million Menschen seien aus den Sudan in den Tschad geflüchtet. In der vergangenen Woche habe die Flucht dorthin einen neuen Höhepunkt erreicht. Täglich seien mehr als 400 Flüchtlinge angekommen. Damit habe sich die Zahl der Geflüchteten deutlich gegenüber den vergangenen Monaten erhöht. Besonders dramatisch sei die Lage für die Bevölkerung in der sudanesischen Darfur-Region.

#Klimaschocks setzen den Menschen zu

Die Entwicklungen in den Bundesstaaten Kordofan und Blauer Nil, wo Kämpfe und Luftangriffe immer mehr Menschen zur Flucht zwingen, sind laut UNHCR ebenfalls besorgniserregend. Zudem werde es für Helfer immer schwieriger, bedürftige Menschen zu erreichen.

Klimaschocks verstärken den Angaben nach die schwere humanitäre Krise. Lokale Dürren, unterdurchschnittliche Niederschläge und Wasserknappheit beeinträchtigten die Lebensgrundlagen der Menschen, während die bevorstehende Regenzeit in Teilen von Darfur zu Überschwemmungen führen könnte.

Im Sudan bekämpfen sich seit April 2023 die Armee und die Miliz „Rapid Support Forces“ (RSF). UN-Experten werfen beiden Parteien schwere Verbrechen vor. Mehr als 33 Millionen Menschen in dem nordostafrikanischen Land brauchen humanitäre Hilfe. Viele Flüchtlinge und Binnenvertriebene kehrten trotz des anhaltenden Krieges in ihre Heimatregionen zurück.