Diakonie kritisiert Kompromissvorschlag zu Schuldnerberatung

Diakonie kritisiert Kompromissvorschlag zu Schuldnerberatung

Berlin (epd). Die Diakonie Deutschland warnt vor einem Wegfall der kostenfreien Schuldnerberatung. Der vorliegende Kompromiss zwischen Bund und Ländern sei „ein großer Rückschritt“, erklärte Diakoniepräsident Rüdiger Schuch am Freitag in Berlin. Er führe dazu, dass Menschen in finanzieller Bedrängnis zusätzlich belastet würden oder Beratungsangebote gar nicht mehr nutzen könnten.

Am Mittwochabend hatten sich Bundestag und Bundesrat im Vermittlungsausschuss auf einen Kompromiss bei der Schuldnerberatung geeinigt. Demnach wird die Vorgabe gestrichen, dass Beratungen kostenfrei sein müssen. Entgelte dürften aber „keine unangemessene Belastung für Verbraucher darstellen und nicht der Gewinnerzielung dienen“, hieß es. Am Freitag sollen sowohl Bundestag als auch Bundesrat über den Kompromissvorschlag abstimmen.

Diakonie: Ausbau der Beratung notwendig

Schuch kritisierte an dem Vorschlag, er verweigere den notwendigen Ausbau der Beratung in Zeiten steigender Überschuldung. „Das ist unverantwortlich und hat langfristig enorme Kosten für die gesamte Gesellschaft zur Folge, weil sich die Menschen ohne Beratung noch stärker verschulden“, sagte er.