Berlin, New York (epd). Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat bei den Vereinten Nationen einen Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas in Deutschland vorgelegt. „Unser Fahrplan soll international ein Zeichen setzen. Ich bin sicher, dass viele weitere Länder folgen werden“, erklärte Schneider am Mittwoch am Rande der UN-Generalversammlung in New York. Nach Frankreich und den Niederlanden sei die Bundesrepublik das dritte Land, das bei den Vereinten Nationen einen entsprechenden nationalen Plan präsentiert, um den Ausstoß klimaschädlicher Emissionen bis 2045 auf null zu reduzieren.
Der deutsche Fahrplan wurde zuvor am Mittwoch im Bundeskabinett vorgestellt. Darin seien bereits zuvor bekannte Maßnahmen gebündelt, die Deutschlands Weg zur Klimaneutralität bis 2045 gewährleisten sollen, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Der verstärkter Ausbau erneuerbare Energien zähle ebenso dazu wie mehr Elektrifizierung in der Mobilität, Wärmeversorgung und Industrie. Nach Angaben des Umweltministeriums entfielen 2024 noch 65 Prozent des deutschen Energieverbrauchs auf fossile Brennstoffe.
Schneider wirbt für weitere Ausstiegspläne aus fossilen Energien
„Wir müssen die Abhängigkeit von fossilen Energien überwinden und wir können sie überwinden“, betonte Schneider. Deutschland wolle mit seinem Fahrplan weltweit mehr Dynamik für den UN-Prozess erzeugen, damit so viele Länder wie möglich ihre jeweiligen Pläne konkretisierten.
Bei der Weltklimakonferenz 2023 in Dubai hatten die Staaten eine beschleunigte Abkehr von fossilen Brennstoffen beschlossen - jedoch ohne konkrete Vorgaben oder Zielmarken. Über die UN-Initiative unter dem Akronym TAFF (Transition Away From Fossil Fuels) berieten zudem bei der ersten internationalen Konferenz zum Thema Ausstieg aus fossilen Energien im April 57 UN-Staaten, darunter Deutschland. Der durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas verursachte Ausstoß von Kohlendioxid ist wesentlich mitverantwortlich für den menschengemachten Klimawandel.




