Berlin (epd). Seit dem Sturz des syrischen Machthabers Baschar al-Assad sind nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 132.000 Syrer in den Libanon geflohen. Darunter seien Alawiten, Schiiten, Drusen und Christen, sagte die UNHCR-Vertreterin im Libanon, Karolina Lindholm Billing, dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“ (RND, Mittwoch). Als Hauptgrund nannten die Betroffenen die Sicherheitslage.
Zugleich kehren weiterhin zahlreiche syrische Flüchtlinge aus dem Libanon nach Syrien zurück. Nach UNHCR-Daten wurden inzwischen mehr als 681.000 Syrer als Rückkehrer vermerkt. Allerdings stagnierten die Rückkehrabsichten zuletzt, sagte Lindholm Billing. „Viele haben noch nicht das Vertrauen, dass sie dauerhaft und nachhaltig zurückkehren können“, sagte sie dem RND. Einige seien nach einer Rückkehr wegen zerstörter Häuser und fehlender Arbeit sogar irregulär in den Libanon zurückgekehrt und lebten dort nun ohne Aufenthaltserlaubnis.
Unsichere Lage im Land
In Syrien war mit dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad Ende 2024 ein fast 14 Jahre währender Bürgerkrieg zu Ende gegangen. Im Frühjahr hatte es rund um den Besuch von Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa in Berlin eine Debatte um die Rückkehr von in Deutschland lebenden Syrerinnen und Syrern gegeben. Anlass waren unter anderem Äußerungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), wonach innerhalb der nächsten drei Jahre rund 80 Prozent der Flüchtlinge zurückkehren sollen. Das UNHCR verweist dagegen weiterhin auf die fehlenden Voraussetzungen für eine sichere und nachhaltige Rückkehr.




