So organisieren Sie ein "Gruppensingen"

Notenblätter zum Herz geformt
Walter Müller-Wähner / EVLKS / Fundus
Einfach vom Herzen heraus lossingen, auch ohne Chorerfahrung: Diese Chance bieten Mitsing-Gelegenheiten!
Schritt-für-Schritt erklärt
So organisieren Sie ein "Gruppensingen"
Gemeinsames Singen verbindet Menschen. Gerade im Advent suchen wir dafür nach stimmungsvollen Gelegenheiten. Warum also nicht als Gemeinde, Organisation oder Verein ein "Gruppensingen" veranstalten? Unsere Anleitung kann Ihnen dabei helfen.

Die Begeisterung für ein gemeinsames Singevent ist bei Ihnen schon geweckt: Perfekt, dann nehmen Sie sich Zeit, um kurz etwas tiefer in ihre Idee hineinzudenken und diese Fragen zu klären:

  • Was ist das Ziel der Aktion? Soll das Singen Gemeinschaft stärken, Freude bereiten oder auf ein Thema aufmerksam machen (z. B. Advent, Weihnachten, Frieden, Nachbarschaft)?
  • Soll es einmalig oder regelmäßig stattfinden?
  • Wer soll die Zielgruppe sein? Ist das Angebot für alle Altersgruppen, Familien, Senior:innen oder eine bestimmte Gruppe (z. B. Geflüchtete, Menschen mit Demenz)
  • Wo und Wann soll es stattfinden? Draußen: Park, Kirchplatz, Marktplatz (Achtung: Genehmigung prüfen!) oder drinnen: Gemeindehaus, Kirche, Gemeinschaftsraum, nachmittags oder abends, (je nach Zielgruppe, Zeit wählen)
  • Wer kann als Teammitglied unterstützen? Zahl der möglichen Helfer:innen für die unterschiedlichen Bereiche überlegen und ansprechen, ein erstes Meeting der Orga-Crew vereinbaren
  • Soll es Essen und Trinken geben? Wenn ja was und wie wird es angeboten.
  • Brauchen Sie einen Sanitätsdienst oder Sicherheitspersonal (nur für größere Veranstaltungen relevant)

Jetzt kann es losgehen:

Organisation

Ort und Technik

  • Raum oder Fläche buchen (z.B. bei der Kommune oder Kirche anfragen).
  • Genehmigung einholen, falls der Ort öffentlich ist (z.B. bei der Stadtverwaltung).
  • Technik für Musik, Licht, Essens-und/oder Getränkestand klären: leihen, mieten oder von Helfer:innen stellen lassen. Technik: Mikrofon, Beamer, Anlage und Lautsprecher (falls nötig), Stromanschluss oder Generator, eventuell eine kleine Bühne oder Podest: Was muss wo geliehen werden? Termine reservieren.
  • Sollen die Liedtexte projeziert werden, als Karaoketext laufen oder als Handzettel ausliegen? Entsprechend Material und Technik planen.

Ein eingeblendetes Notenblatt mit Text hilft beim Singen.

Liedauswahl

Lieder aussuchen: Am besten solche, welche die meisten aus ihrer gewählten Zielgruppe kennen und mitsingen könnten (z. B. Kirchenlieder, Volkslieder, moderne Songs). Texte und Lieder sollten nicht zu schwierig in Meldodie und Text sein, damit alle mitkommen. Tipp: Einfache Refrains kommen besonders gut an, und das erste Lied sollte ein echter Mutmacher zum Mitsingen sein. 15 bis 20 Lieder reichen!

Ablauf planen

  • Festlegen, wer die Begrüßung übernehmen soll, max. 2 Minuten Ansprache vorbereiten
  • Zeit für ein kurzes gemeinsames Einsingen mit einer leichten Melodie festlegen. Keine Kritik sondern Sänger:innen loben
  • Hauptteil: 10- 15 Lieder mit Pausen
  • Abschluss (z. B. mit einem Segenslied oder Dank) und eventuell eine Zugabe

Vor der Veranstaltung organisieren

  • Moderation: Jemand, der durch das Programm führt, das muss kein Profi sein
  • Pures Singen oder soll es Musikbegleitung geben? Wenn ja, wird sie live gespielt? Mit Gitarre, Klavier oder einer Band? Oder soll ein Playback laufen? Je nach Entscheidung Musiker:innen suchen (Vorsicht: Kosten klären) oder eine Anlage für das Playpack organisieren. Entsprechend Strom planen
  • Betreuung der Anlage während des Singens klären
  • Aufsicht: Für Sicherheit und Ordnung sorgen. Z.b. Ordner:innen benennen
  • Essen und Getränke besorgen (falls gewünscht) Ausgabeort oder Aufbau klären und Helfer:innen für die Ausgabe ansprechen. Achtung Hygieneregeln beachten

Werbung machen, ohne Rudel....kein Singen.

Mindestens vier Wochen vorher:

  • Plakate und/oder Handzettel gestalten und drucken lassen. Gibt es jemanden im Orga-Team, der gut im Gestalten ist und es ehrenamtlich übernimmt? Es gibt aber auch gute fertige Vorlagen beispielsweise direkt bei online-Druckereien im Internet
  • Plakate in der Gemeinde, im Supermarkt, am Kiosk etc aufhängen, Handzettel auslegen
  • Social Media nutzen (Facebook, Instagram, Gemeinde-Website).
  • Bei größer geplanten Events eine Ankündigung an die lokale Presse (Zeitung, Radio, etc) senden
  • Als Gemeinde im Gottesdienst den Termin verkünden

Als Nachbar:innen draußen treffen und zusammen singen, das schafft Nähe.

So könnte ein Ablauf aussehen:

  1. Aufbauzeit: Stühle, Tische, Podest, Leinwand, Anlage, Licht, Gastrostände
  2. Technik testen: Mikrofon, Lautsprecher, Projektor oder Beamer
  3. evt. Bandprobe
  4. Liedtexte auslegen oder verteilen
  5. Begrüßung: evt. kurze Vorstellung des Teams und des Ablaufs. Alle zum Mitsingen ermutigen, einladende Atmosphäre schaffen
  6. Kurzes Einsingen
  7. Gemeinsames Singen: Lieder langsam beginnen, damit alle mitkommen.
  8. Pause: Zeit für ein Getränk falls vorhanden 
  9. Nächste Runde Lieder singen.
  10. Abschluss: Dank an alle Teilnehmer:innen und Helfer:innen ausprechen Aufräumen und/ oder Rückgabe von geliehenen Gegenständen planen

Rechtliche Hinweise: Was ist erlaubt?

Achtung: Der Begriff "Rudelsingen" ist rechtlich geschützt

Das Wort ist beim Deutschen Patent- und Markenamt (Markennummer: 30 2012 003 610) sowie auf EU-Ebene eingetragen. Die Marke gehört der RUDELSINGEN GmbH mit Sitz in Münster. Andere Veranstalter dürfen den Begriff "Rudelsingen" für eigene Sing-Events ohne Erlaubnis bzw. Lizenz nicht kommerziell oder öffentlich nutzen, ohne eine Abmahnung oder Unterlassungsklage zu riskieren. Nennen Sie es also lieber Gruppensingen oder Gemeinsames-Singevent.

Urheberrecht bei Liedern

Bei öffentliche Aufführung: Wenn Lieder öffentlich gesungen werden (auch im Freien!), muss GEMA-Gebühr gezahlt werden. Ausnahme: Lieder, die älter als 70 Jahre sind (z. B. viele Kirchenlieder), sind oft gemeinfrei.

Tipp: Bei der GEMA eine Veranstaltung anmelden oder eine Pauschalgebühr für beispielsweise die Gemeinde oder ihren Verein klären.

Genehmigungen

  • Öffentlicher Grund: Für Veranstaltungen im Freien (z.B. auf einem Platz) ist oft eine Sondernutzungserlaubnis der Stadt nötig
  • Lärm: In Wohngebieten kann es Lärmbeschwerden geben. Je nach Uhrzeit eventuell vorab mit Nachbar:innen sprechen oder die Polizei informieren
  • Versicherung: Eine Haftpflichtversicherung für die Veranstaltung abschließen (z. B. über die Kirche, ihre Institution oder den Verein). Informationen für Ehrenamtliche bieten beispielsweise die Seite Deutsches Ehrenamt oder Ehrenamt24.

 

Sicherheit und Datenschutz

  • Brauchen Sie einen Sanitätsdienst? Behördliche Anordnung: Die Pflicht und die genaue Personalstärke hängen von den Auflagen der Ordnungsbehörde, der Besucherzahl und dem Gefahrenpotenzial ab. Als Faustregel gilt: Ab ca. 200 bis 500 Personen wird bei öffentlichen Veranstaltungen im Regelfall ein Sanitätsdienst gefordert. Wenn Sie einen benötigen, unbedingt rechtzeitig einen ansprechen und einplanen
  • Notfallplan: Erste-Hilfe-Kasten bereithalten, bei sehr großen Events Notfallnummern aushängen
  • Fotos/Videos: Wenn Fotos oder Videos gemacht werden, Einverständnis der Teilnehmer:innen einholen (DSGVO)-Vorlagen bietet beispielsweise die EKD an

Was kommt danach?

Hoffentlich große Freude und ein kräftiger Applaus für Sie als Macher:in. Hier noch ein paar Tipps:

  • Feedback einholen: Kurze Umfrage oder Gespräch mit Teilnehmer:innen
  • Fotos/Erfahrungen teilen (mit Einverständnis!) in der Gemeindezeitung oder auf Social Media.
  • Internes Feedback und evt. Dokumentation: Was hat gut funktioniert? Was kann beim nächsten Mal besser sein?
  • Dankeschön an Helfer:innen und Unterstützer:innen schicken oder übergeben.