Frankfurt a.M., Goma (epd). Im Kampf gegen Ebola im Ostkongo setzen die Helfer auf unterstützende Wirkung von Impfungen. Dazu sei am Wochenende eine groß angelegte Studie gestartet worden, bei dem medizinische Ersthelfende einen älteren Impfstoff erhielten, von dem eine Schutzwirkung erhofft werde, erklärte „Ärzte ohne Grenzen“ am Montag. Das Ervebo-Vakzin wurde ursprünglich gegen die Zaire-Variante von Ebola entwickelt, könnte aber auch einen gewissen Schutz gegen das nun für den Ausbruch verantwortliche Bundibugyo-Virus bieten.
Gegen dieses gibt es bislang keine gezielten Medikamente oder Impfungen, was die Eindämmung des Ebola-Ausbruchs im Osten der Demokratischen Republik Kongo besonders schwer macht. Die Zahlen steigen weiter an. Bis zum Montag meldete das kongolesische Gesundheitsministerium 7.672 bestätigte Infektionen und 3.699 Todesfälle, bei denen eine Ansteckung mit dem Virus nachgewiesen worden war.
Jedes Instrument nutzen
Der Ebola-Ausbruch war Mitte Mai gemeldet worden, vermutlich begann er unerkannt bereits drei bis vier Monate zuvor. Viele Fälle bleiben nach Einschätzungen von Experten jedoch unerkannt, und die Erkrankten werden nicht isoliert und entsprechend behandelt. Damit kann das Virus weiter übertragen, Kranke können schwerer gerettet werden. Das Virus breite sich noch immer in weitere Gebiete des Landes aus, erklärte Ärzte ohne Grenzen am Montag.
In einem Wettlauf gegen die Zeit müsse jedes Instrument genutzt werden, betonte die Organisation mit Blick auf die Impfstudie. Selbst ein nur teilweiser Schutz könnte dazu beitragen, die Zahl schwerer Krankheitsverläufe und Todesfälle zu senken. Das Ebola-Fieber ist eine hochansteckende Infektion, die über Körperflüssigkeiten von Erkrankten übertragen wird, etwa bei der Pflege von Kranken oder auch bei der Aufbahrung der Verstorbenen, die über den Tod hinaus infektiös sind.



