Goethestadt Weimar zieht positive Bilanz zum Falk-Jahr

Goethestadt Weimar zieht positive Bilanz zum Falk-Jahr
Weimar feiert das Johannes-Falk-Jahr als Erfolg und würdigt den Pionier der Jugendsozialarbeit als Persönlichkeit von historischer Bedeutung. Sein Nachlass im Goethe- und Schiller-Archiv soll mittelfristig für die Forschung erschlossen werden.

Weimar (epd). Die Organisatoren des diesjährigen Johannes-Falk-Jahres zeigen sich zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltungsreihe zum 200. Todestag des Sozialreformers. Ziel sei gewesen, Falk gerade in Weimar aus seinem Nischendasein zu holen, sagte der Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen, Sebastian Kranich, am Montag vor Ort.

Aufgrund seiner sozialpolitischen Bedeutung für das 19. Jahrhundert sei Johannes Daniel Falk (1768-1826) ebenso wichtig wie Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Friedrich Schiller (1759-1805). Die soziale Frage sei heute wieder aktueller denn je, betonte Kranich. Als einer der Gründerväter des Diakonischen Werkes komme Falk besondere Bedeutung zu.

Begründer der Rettungshausbewegung

Der Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs, Christian Hain, kündigte an, mittelfristig den schriftlichen Nachlass Falks katalogisieren zu wollen. Das Archiv verwahrt rund 24.000 Blätter mit Briefen, Patientenakten und weiteren Dokumenten. Bislang fehle jedoch eine archivalische Tiefenerschließung. Detaillierte Findbücher könnten Falk für die wissenschaftliche Forschung wieder stärker zugänglich machen. Das Falk-Jahr habe dafür neues Interesse geweckt.

Falk war Schriftsteller, Theologe und Pionier der Jugendsozialarbeit. Nach den Napoleonischen Kriegen nahm er sich in Weimar verwaister und obdachloser Kinder an und gründete 1813 die „Gesellschaft der Freunde in der Not“. Sein pädagogisches Konzept setzte auf Liebe, Bildung und Ausbildung statt auf Strafe. Zudem verfasste Falk die ersten Strophen des bis heute bekannten Weihnachtsliedes „O du fröhliche“.