Berlin (epd). Angesichts der deutlichen Stimmenzuwächse für die AfD warnt der Verband Lebenshilfe vor Folgen für Menschen mit Behinderung. Zunehmender politischer Einfluss der Partei könnte die Teilhabe von Menschen mit Behinderung sowie ihrer Familien beeinträchtigen, erklärte der Verein am Montag in Berlin. Demokratie, Vielfalt und eine inklusive Gesellschaft seien nicht verhandelbar.
Die Politik der AfD stehe für Ausgrenzung, erklärte die Bundesvorsitzende des Verbands, Ulla Schmidt. Gegensätzlich dazu sei das Demokratieverständnis der Lebenshilfe: Jeder Mensch habe das Recht, selbstverständlich dazuzugehören und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.
Weniger Inklusion, mehr Förderschulen
Die AfD erklärte beispielsweise in ihrem Regierungsprogramm zur Wahl in Sachsen-Anhalt, dass das „Experiment“ der Inklusion, also der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung, „auf ganzer Linie gescheitert“ sei. Kinder mit Behinderung sollten daher an Förderschulen unterrichtet werden.
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern war die AfD am Sonntag laut dem vorläufigen Ergebnis mit 38,2 Prozent der Stimmen stärkste Kraft geworden. In Berlin landete die Partei bei der Abgeordnetenhauswahl am Sonntag auf dem dritten Platz mit 16,3 Prozent. In Sachsen-Anhalt erreichte die Partei am 6. September 43,8 Prozent der Stimmen.
Die Lebenshilfe engagiert sich eigenen Angaben zufolge für Menschen mit Beeinträchtigung und deren Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Ziel des Verbands sei die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und Inklusion in allen Lebensbereichen.



