Nairobi, Addis Abeba (epd). In Äthiopien haben sich die wichtigsten bewaffneten Gruppen zu einer Front gegen die Regierung zusammengeschlossen. Wie die sieben Formationen am Sonntagabend in einem online veröffentlichten Statement erklärten, hat die neu gegründete "Allianz für das Überleben” den Sturz der Regierung von Ministerpräsident Abiy Ahmed zum Ziel. Zu den Unterzeichnern gehören die Volksbefreiungsfront von Tigray, die Oromo-Befreiungsarmee sowie Gruppen aus den Regionen Amhara, Afar, Somali und Benishangul-Gumuz.
In der gemeinsamen Erklärung werfen sie Abiys Regierung vor, für die schlechte Sicherheitslage, bewaffnete Konflikte, Vertreibung, Armut sowie die Aushöhlung der Demokratie und der Menschenrechte verantwortlich zu sein. Äthiopien befinde sich im „völligen Zerfall“. Erstes Ziel sei es deshalb, Abiy zu entmachten.
Konflikte und Krisen
Nach einer Übergangsphase wolle die Allianz durch inklusiven politischen Dialog bewaffnete Konflikte beenden und die sicherheitspolitischen, humanitären, sozialen und wirtschaftlichen Krisen in Äthiopien bewältigen, hieß es weiter. Der Vielvölkerstaat mit 130 Millionen Einwohnern ist von unterschiedlichen Konflikten geprägt. Besonders extrem war der Krieg in der Region Tigray von 2020 bis 2022, mit schätzungsweise hunderttausenden Toten.



