Berlin (epd). Die Türkische Gemeinde in Deutschland hat nach dem zweiten Wahlsieg der AfD innerhalb von zwei Wochen vor rechter Gewalt gewarnt. „Es ist eine Frage der Zeit, bis sich rechtsextremistische Gewalttäter aus dem Umfeld der AfD durch diese verbale Gewalt motiviert fühlen, Menschen zu jagen und Häuser anzuzünden“, erklärte der Bundesvorsitzende Gökay Sofuoglu am Montag in Berlin. Es müsse nun über die Menschen geredet werden, die bedroht seien.
Sofuoglu forderte auch einen anderen Politikstil: „Pauschale Herabwürdigungen, Stigmatisierungen und das Spiel mit Ängsten dürfen nicht länger als legitime Mittel der politischen Auseinandersetzung akzeptiert werden.“ Die Politik dürfe gesellschaftliche Bruchlinien nicht vertiefen.
Appell an AfD-Wähler
Gleichzeitig wolle sich die Türkische Gemeinde in Deutschland an die Wählerinnen und Wähler der AfD wenden. „Wer die AfD gewählt hat, sollte sich Nachbarn, Kolleginnen und Ärzte mit Migrationsgeschichte einmal aus dem eigenen Alltag wegdenken und sich fragen, ob das noch das Land ist, in dem er oder sie leben möchte.“ Der Verein fordere dazu auf, „die gemeinsame Zukunft nicht Politikerinnen und Politikern zu überlassen, die die Werte des Grundgesetzes verachten“.
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wurde die AfD am Sonntag laut dem vorläufigen Ergebnis mit 38,2 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. In Berlin landete die Partei bei den Abgeordnetenhauswahlen am Sonntag auf dem dritten Platz mit 16,3 Prozent. In Sachsen-Anhalt erreichte die Partei am 6. September 43,8 Prozent der Stimmen.



