Berliner Schule nach Margot Friedländer benannt

Berliner Schule nach Margot Friedländer benannt
Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer starb im vergangenen Jahr mit 103 Jahren. Erst mit 88 war sie nach Deutschland zurückgekehrt und widmete ihren Lebensabend der Aufklärungsarbeit mit jungen Menschen.

Berlin (epd). Das Hans-Carossa-Gymnasium in Berlin-Spandau trägt als erste Schule den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer (1921-2025). Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) enthüllte am Freitag gemeinsam mit Schulleiter Henning Rußbült und dem Vorstandsvorsitzenden der Margot Friedländer Stiftung, Karsten Dreinhöfer, den neuen Namenszug an der Fassade der Schule, wie die Senatskanzlei mitteilte. Das Gymnasium im Ortsteil Kladow trägt demnach bereits seit dem 1. August offiziell den Namen der Berliner Ehrenbürgerin.

Wegner erklärte, die Überlebende des Konzentrationslagers Theresienstadt habe mit ihrem Einsatz gegen das Vergessen und ihren Gesprächen mit jungen Menschen „unschätzbar viel geleistet“. Friedländer habe „eindringlich vor Augen geführt, wohin Hass und Ausgrenzung führen und uns mit ihrer Botschaft 'Seid Menschen' eine bleibende Mahnung mit auf den Weg gegeben“.

Erst 2010 nach Berlin zurückgekehrt

Dreinhöfer begrüßte den „bewusst gewählten neuen Namen“ der Schule. Mit dem Namen Friedländers verbinde sich nun „die Verpflichtung, ihre Botschaft von Menschlichkeit, Toleranz und Verantwortung lebendig zu halten und für eine demokratische Gesellschaft einzustehen“.

Margot Friedländer starb am 9. Mai 2025 im Alter von 103 Jahren in ihrer Geburtsstadt Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging sie mit ihrem Mann nach New York. Im Alter von 88 Jahren kehrte sie 2010 zurück nach Berlin und besuchte bis zu ihrem Tod unzählige Schulen.