Jemen: Mehr als 100.000 Menschen in wenigen Tagen geflüchtet

Jemen: Mehr als 100.000 Menschen in wenigen Tagen geflüchtet
Die Kämpfe zwischen Huthi-Rebellen und Regierungskräften im Jemen zwingen immer mehr Menschen in die Flucht. Tausende schafften es nach Dschibuti.

Genf (epd). Die eskalierende Gewalt im Jemen hat in den vergangenen Tagen laut den UN mehr als 100.000 Menschen in die Flucht gezwungen. Insbesondere die Kämpfe an der Westküste hätten die Vertreibungen ausgelöst, teilten UN-Hilfsorganisationen am Freitag in Genf mit.

In Dschibuti seien in wenigen Tagen fast 3.000 Menschen aus dem Jemen angekommen, hieß es aus dem Hilfswerk UNHCR. Sie hätten die gefährliche Seereise durch die Meerenge von Bab-al-Mandab auf sich genommen.

Berichten zufolge hätten Tausende Menschen aufgrund der unsicheren Lage und des Mangels an Treibstoff für Boote nicht fliehen können. Demnach sitzen sie nun im Jemen fest, wo die Huthi-Milizen versuchen, die westliche Küstenregion einzunehmen. Die Huthi kämpfen mit Unterstützung des Irans gegen Jemens reguläre Regierung, die von Saudi-Arabien Hilfe erhält.

Welternährungsprogramm weitet Hilfe aus

Angesichts der Gewalt weitet das Welternährungsprogramm (WFP) seine Nothilfe im Jemen aus. Viele Familien haben laut WFP keinen Zugang zu lebenswichtigen Gütern. Die Organisation hat nach eigenen Angaben bereits 45.000 Menschen auf der Flucht mit Nahrungsmittelhilfe erreicht und bereitet sich darauf vor, bis zu 1,5 Millionen Kinder, Frauen und Männer zu unterstützen.

Der Jemen importiert laut WFP rund 90 Prozent seiner Lebensmittel. Eine weitere Destabilisierung entlang der Westküste und der Bab-al-Mandab-Meerenge könnte erhebliche negative Folgen für Versorgung, Handel und Ernährungssicherheit in der gesamten Region haben.