Wuppertal (epd). Auf die Synagoge der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal ist am Donnerstagnachmittag ein Brandanschlag verübt worden. Nach ersten Erkenntnissen habe jemand versucht, an einem Nebeneingang des Gebäudes ein Feuer zu legen, sagte ein Polizeisprecher dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der Brand habe schnell gelöscht werden können und es sei nur ein geringer Sachschaden entstanden. Verletzt worden sei niemand. Die Polizei habe bereits einen Verdächtigen festgenommen, die Kriminalpolizei habe die Ermittlungen übernommen.
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, äußerte sich entsetzt über „die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat“. Dieses Vorgehen bezeuge eine „fortschreitende Normalisierung des Judenhasses“, erklärte Schuster in Berlin. Nach seiner Einschätzung ist der Zeitpunkt des Anschlages kurz vor dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur nicht zufällig gewählt: „Es bleibt das Muster antisemitischer Gewalt, Feiertage auszuwählen, um Angst zu verbreiten und jüdisches Leben immer weiter aus der Öffentlichkeit zu verdrängen.“ Schuster forderte die Sicherheitsbehörden auf, die Sicherheit jüdischer Gottesdienste zu gewährleisten.




