Islamunterricht: Schülerzahl hat sich seit 2016 verdoppelt

Islamunterricht: Schülerzahl hat sich seit 2016 verdoppelt
Eine Recherche des Mediendienstes Integration zeigt: Es besuchen doppelt so viele Schüler wie vor zehn Jahren Islamunterricht, allerdings gibt es noch kein deutschlandweit flächendeckendes Angebot.

Berlin (epd). Die Zahl der Schüler im Islamunterricht an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland hat sich binnen zehn Jahren verdoppelt. Im Schuljahr 2025/26 besuchten etwa 84.300 Schüler islamischen Religionsunterricht oder Islamkunde, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Recherche des Mediendienstes Integration zeigt. Im Schuljahr 2015/2016 nahmen demnach etwa 42.600 Schüler am Islamunterricht teil.

Der Mediendienst Integration hat die Kultusministerien der 16 Bundesländer angefragt. In neun Bundesländern gibt es entweder bekenntnisorientierten Unterricht (Unterricht in einer Religion) oder Islamkunde (Unterricht über die Religion). Auffällig ist das Ost-West-Gefälle.

In Berlin können Schülerinnen und Schüler islamischen Religionsunterricht besuchen. In Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gibt es dagegen kein Angebot. In Deutschland leben schätzungsweise 6,6 Millionen Musliminnen und Muslime, davon über 90 Prozent im Westen Deutschlands.

Kein flächendeckendes Angebot

Auch wenn sich die Zahl der Schüler deutschlandweit verdoppelt hat, fehlt nach Erkenntnissen des Mediendienstes ein flächendeckendes Angebot. In Bayern besuchten im Schuljahr 2025/26 rund 22.800 Schüler den Unterricht in Islamkunde - das sind etwa 15 Prozent der rund 152.500 muslimischen Schüler im Land. In Nordrhein-Westfalen besuchten 30.260 Schülerinnen islamischen Religionsunterricht. Das entspricht sieben Prozent der 419.204 muslimischen Schüler.

„Um den Islamunterricht auszubauen, müssen mehr Stellen für Islamlehrkräfte geschaffen werden“, sagte der Erlanger Islamwissenschaftler Mathias Rohe dem Mediendienst. Das würde auch angehende Lehrer motivieren, das Fach zu wählen. Den Islamunterricht auszubauen, sei auch angesichts islamistischer Onlinepropaganda wichtig, sagte er.