Genf (epd). Eine UN-Untersuchungskommission hat den Konfliktparteien USA und Iran schwere Verbrechen gegen Zivilisten mit vielen Toten zur Last gelegt. Es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass es sich bei US-Luftangriffen im Iran, bei denen mindestens 178 Zivilisten getötet wurden, um Kriegsverbrechen handele, teilte die Kommission am Donnerstag in Genf mit.
Ein Bericht der Kommission bezieht sich unter anderem auf die US-Raketenangriffe auf eine „eindeutig identifizierbare“ Grundschule in dem Ort Minab zu Beginn des Krieges. Dabei kamen den Angaben nach über 150 Menschen, darunter etwa 120 Mädchen und Jungen, ums Leben. Bei einem weiteren US-Luftangriff gegen einen eindeutig identifizierbaren Sportkomplex und ein Wohngebiet in dem Ort Lamerd seien 22 Zivilisten getötet worden. Die USA und Israel hatten Ende Februar gemeinsam den Iran angegriffen.
Staatliche Massenmorde
Der Bericht kam auch zu dem Schluss, dass die gewaltsame Unterdrückung der Proteste von 2025 und 2026 durch die iranische Regierung Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellten. Die staatliche Repression sei durch Massenmorde, zahlreiche Verletzte sowie Wellen von Verhaftungen gekennzeichnet. Berichten zufolge seien mindestens 221 Kinder getötet worden, einige davon erst zwei Jahre alt.
Die Mission stellte fest, dass es in allen 31 Provinzen zu Tötungen durch staatliche Sicherheitskräfte gekommen sei. Sicherheitskräfte positionierten sich demnach auf Dächern und schossen mit Sturmgewehren in Menschenmengen. Demonstranten hätten durch Metallschrotkugeln schwere Verletzungen an Kopf, Brust und Augen erlitten.
Attacken auf medizinische Einrichtungen
Die Sicherheitskräfte hätten laut Berichten medizinische Einrichtungen attackiert und dabei verwundete Demonstranten geschlagen, hieß es. Auch hätten sie medizinische Fachkräfte festgenommen. Patienten hätten somit keine lebensrettende Hilfe mehr in Anspruch nehmen können.
Die unabhängige internationale Untersuchungskommission zur Islamischen Republik Iran wurde 2022 vom UN-Menschenrechtsrat eingerichtet. Seitdem berichtet die Kommission über Menschenrechtsverletzungen in dem diktatorisch regierten Land.




