Obdachlose: Berlin meldet 350 Mietverträge über "Housing First"

Obdachlose: Berlin meldet 350 Mietverträge über "Housing First"
In Berlin leben mehrere Tausend Menschen auf der Straße. Einige von ihnen erhalten durch die Initiative "Housing First" die Chance, wieder eine feste Bleibe zu bekommen.

Berlin (epd). Die Berliner Initiative „Housing First“ zur Vermittlung von Wohnungen an Obdachlose hat in den vergangenen acht Jahren 350 Mietverträge abgeschlossen. Wie die Senatssozialverwaltung am Mittwoch mitteilte, haben damit seit 2018 mehr als 420 Menschen ein eigenes Zuhause bekommen und damit auch die Chance, wieder selbstbestimmt zu leben.

Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sagte, mehr als 90 Prozent der Menschen blieben langfristig in ihrer Wohnung. Der 350. Mietvertrag wurde am 9. September durch das Projekt „Housing First Queer“ vermittelt.

Unterschiedliche Zielgruppen

Das Land Berlin finanziert in diesem Jahr mit insgesamt mehr als 30 Millionen Euro „Maßnahmen der Wohnungsnotfallhilfe“. Dazu gehören auch die sechs Housing-First-Projekte. Sie unterstützen besonders vulnerable wohnungs- und obdachlose Menschen auf ihrem Weg in eine eigene Wohnung. Die Projekte unterstützen Menschen aus unterschiedlichen Zielgruppen: Frauen, queere Menschen, Familien und EU-Bürger sowie Menschen mit chronischen, psychischen oder Suchterkrankungen.

„Housing First“ setze dort an, wo klassische Hilfsangebote die betroffenen Menschen oftmals nicht mehr erreichten, hieß es weiter: „Das Prinzip ist ebenso einfach wie konsequent: zuerst eine Wohnung. Weg von der Straße.“ Ohne Vorbedingungen erhielten die wohnungslosen Menschen die Chance auf einen unbefristeten Mietvertrag. Beratung und Unterstützung richten sich nach ihren Bedürfnissen.