Tierschutzbund verteidigt Stadttauben

Tierschutzbund verteidigt Stadttauben
Misshandelt, vergiftet oder getötet: Stadttauben haben kein leichtes Leben. Viele Menschen hegen Vorurteile gegen die grau-blauen Vögel. Der Deutsche Tierschutzbund fordert daher mehr Hilfe und Respekt für die Tiere.

Bonn (epd). Der Deutsche Tierschutzbund hat zu einem respektvollen und verantwortungsvollen Umgang mit Stadttauben aufgerufen. Immer wieder sorgten Fälle bundesweit für Entsetzen, in denen Tauben misshandelt, vergiftet oder getötet würden, erklärte die Tierschutzbund-Referentin Nadine Sterz am Mittwoch in Bonn. Viele Menschen begegneten Stadttauben zudem noch immer mit Vorurteilen und Ablehnung und die Anzahl der Tiere stelle viele Kommunen vor Herausforderungen.

Anlass ist der „Tag des Respekts“ am 18. September. Mit der Kampagne #RespektTaube will der Bund den Blick auf das Leid der Tiere lenken. Stadttauben seien Nachkommen domestizierter Haustauben. „Ihre Fähigkeit, sich das ganze Jahr über zu vermehren, ist eine Folge der Züchtung“, hieß es weiter. Das Leben der Tauben sei eng an den Menschen gebunden, doch die Bedingungen für die Tiere seien in den Städten mehr als schwierig: „Da sie häufig kein artgerechtes Futter finden, ernähren sich Tauben von Essensresten und Abfällen, obwohl sie von Natur aus Körnerfresser sind.“

Appell für Stadttaubenmanagement

Dies führe zu Mangelernährung, gesundheitlichen Problemen und dünnflüssigem „Hungerkot“, der häufig für Ärger sorge, so der Tierschutzbund. Die Organisation fordert daher ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement mit betreuten Taubenhäusern oder Taubentürmen. Dort erhielten die Tiere artgerechtes Futter und könnten geschützt brüten. Die gelegten Eier würden gegen Attrappen ausgetauscht. Mittelfristig lasse sich auf diese Weise die Zahl der Tauben reduzieren, während zugleich ihr Leid verringert werde.