Berlin (epd). Auf Basis einer neuen Erhebung warnt die Gewerkschaft ver.di vor prekären Arbeitsbedingungen im Sozialsektor. Laut dem am Mittwoch in Berlin veröffentlichten „Realitäts-Check Soziale Arbeit“ berichten rund 79 Prozent der befragten Teams im Kinder- und Familienbereich von einer deutlich gestiegenen Arbeitsmenge, teilte die Gewerkschaft in Berlin mit. Ebenso viele gäben an, dass sie oft oder sehr oft Abstriche an der Qualität ihrer Arbeit machten.
Für die Umfrage der Technischen Hochschule Mannheim und der Hochschule Fulda wurden zwischen dem 25. Mai und dem 26. Juni 373 Team-Meinungsbilder aus Einrichtungen wie Kindertagesstätten oder Jugendämtern erhoben. Die Aussagen stehen demnach nicht für die Meinungen von Einzelpersonen. Die Ergebnisse sind den Autoren zufolge nicht repräsentativ, da 97,1 Prozent der Angaben aus westdeutschen Bundesländern stammten.
Fast neun von zehn Teams besorgt um Fortführung ihres Berufs
Den Angaben nach erklärten 77 Prozent der Teams, sie könnten den Bedürfnissen der Kinder, Jugendlichen und Familien häufig nicht gerecht werden. Knapp 79 Prozent erreichen demnach oft die persönliche Belastungsgrenze. Bedarf für mindestens eine zusätzliche Vollzeitstelle in ihrem Bereich hätten 81 Prozent angemeldet. Mehr als 87 Prozent der Teams fürchteten, den Beruf nicht bis zum Renteneintrittsalter ausüben zu können.
Die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle sprach sich bei der Vorstellung der Ergebnisse gegen Kürzungen im Sozialwesen und für eine Stärkung des Personals in diesen Bereichen aus. „Die Ergebnisse unseres Realitäts-Checks Soziale Arbeit sind ein Alarmsignal“, sagte sie.




