Nairobi, Khartum (epd). Menschenrechtsorganisationen haben eine internationale Militärmission zum Schutz der Bevölkerung im Sudan gefordert. Länder wie Deutschland sollten nicht nur die Verbrechen verurteilten, sondern konkrete Maßnahmen gegen den Krieg ergreifen, teilten die Kampagnen-Plattform Avaaz und die Denkfabrik Confluence Advisory am Donnerstag mit. Eine von der Afrikanischen Union (AU) geführte Truppe sei der beste Weg, um die Zivilbevölkerung zu schützen und Verbrechen einzudämmen.
Deutschland hat gemeinsam mit Frankreich, Großbritannien, Kanada, Irland und Norwegen die sogenannte „Atrocity Prevention Coalition“ gegründet, um Gräueltaten gegen die Zivilbevölkerung im Sudan-Krieg zu verhindern für Gerechtigkeit für die Opfer von Kriegsverbrechen einzustehen. Diese Koalition solle sich federführend an der Einrichtung einer Einsatztruppe beteiligen, forderten die Menschenrechtsorganisationen. So könnte die Veto-Blockade im Weltsicherheitsrat vorerst umgangen werden.
Mehr direkte Hilfe für die Bevölkerung gefordert
Als Beispiel für die Wirksamkeit internationaler Schutztruppe führte die Juristin Bieta Andemariam von Avaaz die UN-Blauhelmmission an, die in der westsudanesischen Region Darfur bis 2020 im Einsatz war. Die Soldaten hätten für Sicherheit in den Städten gesorgt und bei der Versorgung mit humanitärer Hilfe geholfen.
Seit Beginn des Krieges zwischen der Armee und den paramilitärischen Rapid Support Forces im April 2023 seien alle diplomatischen Bemühungen gescheitert, schreiben die Aktivisten. Der Krieg werde auf den Schultern der Zivilbevölkerung ausgetragen, die gezielt angegriffen werde.
Die Autorinnen des Aufrufs forderten deshalb außerdem auch mehr direkte finanzielle Unterstützung für zivilgesellschaftliche Initiativen im Sudan. Zusätzlich müsse es mehr gezielte und koordinierte Sanktionen geben, wie etwa die aktuell im Sicherheitsrat diskutierte Ausweitung des für Darfur geltenden Waffenembargo auf den ganzen Sudan. Durch den Krieg herrscht im Sudan die größte Vertreibungskrise weltweit, Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.




