Sozialverband fordert neuen Spritpreisdeckel

Sozialverband fordert neuen Spritpreisdeckel
Der Blick auf die Zapfsäule löst bei vielen Verbrauchern nicht nur Verärgerung, sondern Verzweiflung aus. Die hohen Spritpreise kommen zu erwartbar steigenden Heizkosten hinzu. Der Sozialverband SoVD fordert einen neuen staatlichen Spritpreisdeckel.

Berlin (epd). Der Sozialverband Deutschland (SoVD) fordert angesichts der stark gestiegenen Benzinpreise einen neuen staatlichen Eingriff. Ein Spritpreisdeckel könne „in der aktuellen Situation ein sinnvoller erster Schritt sein, um Menschen schnell vor weiteren Preissprüngen bei den Mobilitätskosten zu schützen“, sagte die SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstag).

Bereits im Frühjahr hatte die Bundesregierung mit einem Tankrabatt auf die stark gestiegenen Kraftstoffpreise infolge des Iran-Kriegs reagiert. Von Mai bis Ende Juni wurden die Energiesteuern auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter gesenkt. Engelmeier zufolge sei der Tankrabatt allerdings eine teure Maßnahme „nach dem Gießkannenprinzip“ gewesen und habe nicht gezielt diejenigen entlastet, die Unterstützung am dringendsten benötigten. Sie forderte deshalb weitere Entlastungen vor allem für Menschen mit kleinen Einkommen.

Kaum Wahlmöglichkeiten bei Auto und Heizung

Die Bundesregierung müsse die steigenden Energiekosten insgesamt in den Blick nehmen. Die Empfehlung der Wirtschaftsweisen Monika Schnitzer, Verbraucher könnten beim nächsten Auto- oder Heizungskauf selbst für mehr Unabhängigkeit von fossilen Energien sorgen, gehe an der Lebensrealität der Menschen vorbei. „Viele können sich weder ein neues Auto noch eine neue Heizung leisten, andere wohnen zur Miete und haben überhaupt kein Mitspracherecht darüber, wie ihr Zuhause beheizt wird.“

Auch die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) appellierte an die Union, erneut einen Spritpreisdeckel einzuführen. Sie sagte in der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ (Dienstag) an die Adresse von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) gerichtet: „Frau Reiche muss endlich das Kartellamt von der Leine lassen, damit in Verbindung mit einem Preisdeckel nach Luxemburger Vorbild der Preisanstieg gedämpft werden kann.“ Mit einer Übergewinnsteuer müssten Erträge von den Krisenprofiteuren bei den Öl-Konzernen abgeschöpft werden. Das bringe auch Spielraum für Entlastungen.