Hann. Münden (epd). Nachdem zwei Männer am Wochenende bei einem Pflegeheim in Hann. Münden durch Schüsse getötet wurden, dauern die Ermittlungen der Polizei an. Es handele sich offenbar um einen erweiterten Suizid, bei dem ein 66-jähriger Mann zunächst seinen 70-jährigen Bruder und dann sich selbst getötet habe, sagte Polizeisprecher Andre Baumann am Montag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Derzeit würden Angehörige befragt, um mögliche familiäre Gründe für die Tat aufzuklären. „Zum Ablauf gibt es keine Zeugen.“
Der ältere Bruder war Bewohner des evangelischen Herzogin-Elisabeth-Stifts in der Innenstadt. Der Vorstand der Trägerstiftung, Kai Osterhorn, sagte auf epd-Nachfrage, dass Mitarbeiter ihn in den Tagen zuvor als „lebensfroh“ wahrgenommen hätten. Es seien keinerlei Anzeichen für die Tat zu erkennen gewesen. Da die Schüsse außerhalb der Einrichtung bei einem Spaziergang gefallen seien, stünden sie nicht in direktem Zusammenhang mit dem Haus.
Spekulationen in sozialen Medien
Mitarbeiter und Bewohner, die die Schüsse gehört hätten, würden seelsorgerlich betreut. Auch ein Trauergottesdienst für Angehörige, Mitarbeiter und Bewohner sei geplant. Osterhorn bat zudem darum, sich nicht an Spekulationen zur Tat, die insbesondere in den sozialen Medien kursierten, zu beteiligen oder diese weiterzuverbreiten, sondern die Ermittlungen abzuwarten.
Der jüngere Mann hatte seinen Bruder zuvor im Heim besucht. Nach Polizeiangaben starben beide Männer trotz medizinischer Maßnahmen noch vor Ort. Eine Gefahr für Bewohner, Beschäftigte oder die Bevölkerung habe nach bisherigen Erkenntnissen nicht bestanden.



