Halle (epd). Deutschlands ältester Dauerfeldversuch startet ins digitale Zeitalter. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) könnten Forschende künftig „Ertragsprognosen für unterschiedliche Klimaszenarien erstellen“ und bei der Entwicklung von „Lösungen für eine klimafeste Landwirtschaft helfen“, teilte die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) am Mittwoch in Halle (Saale) mit. Dazu seien alle bisher nur schriftlich vorliegenden Daten des seit 1878 laufenden „Ewigen Roggenbaus“ der Universität „vollständig digitalisiert und öffentlich zugänglich gemacht“ worden.
Mit den digitalen Datensätzen könnten etwa historische Trendanalysen zum Ertrag und zu klimatischen Effekten durchgeführt werden, sagte die Agrarwissenschaftlerin Janna Macholdt von der MLU.
Weltweit zweitältester Dauerfeldversuch
Der „Ewige Roggenbau“ geht auf den Forscher Julius Kühn zurück, der 1878 das Versuchsfeld anlegte, welches seitdem jährlich mit Winterroggen bestellt wird. Dort würden Langzeitwirkungen unterschiedlicher Düngemethoden auf Pflanzen und Boden untersucht, hieß es. Dies sei der älteste laufende Dauerfeldversuch Deutschlands und der zweitälteste weltweit.
„Die Daten des 'Ewigen Roggenbaus' sind ein wertvolles Archiv über die Langzeitwirkungen unterschiedlicher Düngemethoden auf Pflanzen und Boden. Bislang waren diese nur in Auszügen für die Fachwelt verfügbar“, sagte Macholdt. Neben Ertrags- und Bodenwerten lägen auch vollständige Wetterdaten vor. Dies könne ein „Verständnis von Anbausystemen und die Prognosen über Ernteerträge in Zeiten des Klimawandels“ verbessern und vielfältige digitale Simulationen ermöglichen.



