"Prinzen"-Sänger warnt: AfD-Wahlerfolge nicht als Ost-Phänomen abtun

"Prinzen"-Sänger warnt: AfD-Wahlerfolge nicht als Ost-Phänomen abtun
Der Musiker Sebastian Krumbiegel warnt vor einem einseitigen Blick auf die Erfolge der AfD im Osten. Für den Sänger der "Prinzen" kommt es in der Politik vor allem auf soziale Gerechtigkeit an.

Hannover (epd). Der Musiker Sebastian Krumbiegel warnt davor, hohe Wahlergebnisse der AfD als reines Problem der ostdeutschen Bundesländer abzutun. „Das ist ein Trugschluss, ein großer Irrtum“, sagte der Sänger der Popgruppe „Die Prinzen“ am Dienstagabend in Hannover. Aus Sicht des Musikers, der aus Leipzig stammt, darf die politische Entwicklung im Osten nicht isoliert betrachtet werden. In der ganzen Gesellschaft gebe es große Unzufriedenheit.

Krumbiegel äußerte sich beim Parlamentarischen Abend der Konföderation evangelischer Kirchen und der Diakonie in Niedersachsen. Mit Blick auf den AfD-Wahlsieg in Sachsen-Anhalt, der ihn mit großer Sorge erfülle, sang er dort Lieder zu Menschenrechten, Demokratie und Zivilcourage.

Die Unzufriedenen verstehen

„Für mich ist wichtig, dass wir alle miteinander versuchen, die Leute zu verstehen, die jetzt gerade in irgendeiner Weise an der Uhr drehen“, sagte der 60-Jährige: „Denn sie haben einen Grund dafür.“ Der Sänger fügte hinzu: „Man muss deswegen aber keine rechtsextreme Partei wählen.“

Das Wahlergebnis sei aus seiner Sicht eine Zäsur, sagte Krumbiegel: „Diese Zäsur ist zum Teil aber auch selbstgemacht.“ Die demokratischen Parteien müssten sich wieder mehr auf das Soziale ausrichten, forderte er. Aktuell müsse es darum gehen, diejenigen Menschen zu bestärken, die auf den demokratischen Rechtsstaat vertrauten: „Und das sind nach wie vor viele - viel mehr als die anderen.“