Wahlforscher: AfD überzeugte die Unzufriedenen

Wahlforscher: AfD überzeugte die Unzufriedenen
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wählten besonders viele ehemalige Nichtwähler und Nichtwählerinnen die AfD. Der Wahlforscher Aiko Wagner erklärt, woran das liegen könnte.
08.09.2026
epd
epd-Gespräch: Verena Mauß

Berlin (epd). Der AfD ist es nach Einschätzungen des Wahlforschers Aiko Wagner bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelungen, unzufriedene ehemalige Nichtwähler zum Wählen der AfD zu motivieren. Der Wissenschaftler vom Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Die AfD hat es geschafft, Menschen zu erreichen, die sich von etablierten Parteien nicht gesehen oder repräsentiert fühlen. Die Unzufriedenheit ist so etwas wie Teil des Programms der AfD.“ Das könne Nichtwähler- und wählerinnen ansprechen, die ehemals ihr Stimmrecht nicht genutzt hätten.

Laut den Auswertungen von infratest dimap haben ungefähr 170.000 Neuwähler die AfD gewählt. Zugleich stieg die Wahlbeteiligung von 60,3 Prozent bei der vergangenen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt 2021 auf 77,8 Prozent in diesem Jahr.

Jede Stimme schien einen großen Unterschied zu machen

Diese erhöhte Motivation von Nichtwählern sei durch das Gefühl, dass viel auf dem Spiel stehe, entstanden, sagte Wahlforscher Wagner. Viele Menschen seien wählen gegangen, um eine Regierung der rechtsextremen AfD zu verhindern. Die AfD-Wähler seien hingegen motiviert gewesen, eine absolute Mehrheit der AfD zu erzielen. „Jede Stimme schien einen großen Unterschied erzielen zu können“, sagte Wagner.

Umfragen ergaben laut Wagner, dass AfD-Wähler und -Wählerinnen die Partei auch deshalb gewählt hätten, weil sie diese für die kompetenteste hielten. Außerdem habe die Unzufriedenheit mit der Politik der Bundesregierung eine große Rolle gespielt, betonte der Wahlforscher.