Zentralratspräsident Schuster zu Landtagswahl: "Persönlich entsetzt"

Zentralratspräsident Schuster zu Landtagswahl: "Persönlich entsetzt"
"Persönlich entsetzt" ist der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland über den Ausgang der Wahl in Sachsen-Anhalt. Josef Schuster befürchtet vor allem den Einfluss der AfD in der Bildungspolitik.

Berlin (epd). Der Zentralrat der Juden hat schockiert auf den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt reagiert. Eine als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei sei in einem deutschen Bundesland nur knapp von der Alleinregierung entfernt, sagte Zentralratspräsident Josef Schuster am Sonntagabend nach den ersten Hochrechnungen dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Ich bin von diesem Wahlergebnis persönlich entsetzt“, sagte er.

Über die vergangenen Monate sei klar ersichtlich geworden, welche Ziele die AfD verfolgte. „Wer sie heute gewählt hat - trotz oder wegen dieser Ziele - trägt die Verantwortung für dieses Ergebnis“, sagte Schuster. Konkrete Sorge äußerte er mit Blick auf die Folgen für das Bildungswesen. „Ich fürchte den Einfluss, den sie durch eine radikal veränderte Bildungspolitik auf so viele Kinder und Jugendliche nehmen werden“, sagte Schuster. Bildung sei der wichtigste Grundstein für den Erhalt der offenen Gesellschaft und den Kampf gegen Antisemitismus.

AfD holt die meisten Stimmen, absolute Mehrheit fraglich

Laut den Hochrechnungen von ARD und ZDF wurde die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit Abstand stärkste Kraft. Ob sie allein eine Mehrheit der Sitze im Landesparlament erhält, ist aber noch fraglich. Der Landesverband der AfD in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz des Bundeslandes als gesichert rechtsextrem eingestuft.