Berlin (epd). Die Rechtsextremismus-Expertin Heike Kleffner hat zur weiteren Unterstützung von demokratischen Initiativen in Sachsen-Anhalt auch nach der Landtagswahl am Sonntag aufgerufen. Von vielen Engagierten komme der klare Appell, sich nach dem 6. September nicht abzuwenden, sagte Kleffner dem Berliner „Tagesspiegel“ (Samstag, online).
„Hier verteidigen sehr viele mutige Menschen gerade Demokratie für uns alle, obwohl ihre Vereine, Zentren und Initiativen im Alltag teilweise wirklich mit dem Rücken zur Wand stehen.“ Kleffner betonte, in Sachsen-Anhalt würden gesellschaftliche Entwicklungen, wie die Normalisierung von Rassismus und autoritäres Denken, wie unter einem Brennglas sichtbar. Sie prägten unabhängig vom Wahlergebnis den Alltag vieler Menschen in Sachsen-Anhalt.
Auch für diesen Samstag waren unter anderem in Magdeburg und Halle zahlreiche Veranstaltungen demokratischer Initiativen geplant. In Sachsen-Anhalt wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD im Land liegt in den Umfragen vorn.
Resilienz der Zivilgesellschaft
Kleffner zufolge wäre es das größte Missverständnis, die Resilienz der dortigen demokratischen Zivilgesellschaft zu unterschätzen. Es gebe vermutlich kein anderes Bundesland mit so einer großen Dichte an selbstorganisierten Kulturveranstaltungen und Kundgebungen für Demokratie wie in Sachsen-Anhalt, sagte sie: „Es beeindruckt mich, mit wie viel paradoxer Zuversicht diese von vielen Seiten angegriffene demokratische Zivilgesellschaft alles dafür tut, demokratische Mehrheiten zu mobilisieren.“



