Magdeburg (epd). Zum Ende des Wahlkampfs in Sachsen-Anhalt wollen zivilgesellschaftliche Akteure am Wochenende mit Demonstrationen und Festen Stellung für Demokratie und Vielfalt beziehen. Die Polizei plant einen Großeinsatz. Allein am Samstag seien im Stadtgebiet Magdeburg acht Demonstrationen mit insgesamt rund 10.000 Teilnehmern angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg.
Geplant sind Veranstaltungen unter anderem in Magdeburg, Halle (Saale) und Dessau-Roßlau. Auch am Wahlsonntag und nach der Schließung der Wahllokale wird mit Demonstrationen gerechnet. Deshalb werden zur Unterstützung Polizeikräfte aus anderen Bundesländern im Einsatz sein.
Demokratiefest auf dem Magdeburger Domplatz
In Magdeburg ist für Samstag eine Kundgebung des überparteilichen Bündnisses „Sachsen-Anhalt. Weltoffen!“ angesetzt. Es gehe darum, Zeichen „für unser Land“ und die demokratische Gesellschaft zu zeigen, sagte Mitorganisator Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die Kundgebungsteilnehmer ziehen im Anschluss auf den Domplatz vor den Landtag. Unter dem Motto „Wir haben die Wahl“ findet dort anschließend ein Demokratiefestival statt. Dazu werden mehrere Tausend Menschen erwartet.
Beteiligt sind neben Kirchen und Gewerkschaften auch Diakonie, Caritas, AWO sowie zahlreiche Vereine. Damit solle die Vielfalt der Zivilgesellschaft und das breite demokratische Engagement sichtbar werden, hieß es von den Veranstaltern. Unter anderem sind Auftritte der Klimaaktivistin Luisa Neubauer sowie der Musikerin Kerstin Ott und des Sängers Sebastian Krumbiegel geplant.
In Halle (Saale) lädt am Samstag das überregionale Bündnis „jetztwerk - Gemeinsam Zukunft weben“ unter anderem zur Aktion „Webt mit uns das längste Freundschaftsband in Halle!“ ein. In Dessau-Roßlau soll es am Samtag ein Demokratiefest auf dem Marktplatz geben. Dazu werden neben Vertretern von Vereinen ausdrücklich auch Parteienvertreter erwartet. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sich die Kirchengemeinden Anhalts, die Diakonie Mitteldeutschland, das Bauhaus und das Landesnetzwerk der Kulturfördervereine bei einem „Hoffnungskulturfest“ an gleicher Stelle für eine Landespolitik geworben, die alle Menschen einschließt.
Möglichkeit für Einkehr und Gebet am Wahlsonntag
Am Wahlsonntag laden der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Karsten Wolkenhauer, und die Kirchengemeinde St. Jacob in Köthen um 20 Uhr zu einer musikalischen Andacht mit Gebet ein. Dort solle Raum sein für das, was die Menschen angesichts der ersten Hochrechnungen und Ergebnisse bewege, hieß es.
Der Köthener Pfarrer Martin Olejnicki erklärte: „Eine Wahl entscheidet über politische Mehrheiten. Aber sie entscheidet nicht darüber, ob wir einander als Menschen aus dem Blick verlieren.“ Gerade am Wahlabend, „an dem Zahlen, Balken und Prozente die Nachrichten bestimmen“, wolle die Kirche „Raum schaffen“ für Gebete, Besinnung und die Sorgen der Menschen.
„Offene Kirchen“ in Magdeburg und Naumburg
Für Montag Abend laden die christlichen Kirchen in Naumburg zu einem gemeinsamen ökumenischen Friedensgebet in die Stadtkirche St. Wenzel ein. Es soll Raum für stille Andacht, das Entzünden von Kerzen und für Friedensworte sein. Eingeladen seien alle, die zur Ruhe kommen und für eine gute und friedliche Zukunft beten wollen.
Auch die evangelische Domgemeinde in Magdeburg lädt am Montag um 18 Uhr zu einer kurzen Andacht ein. Als „Offene Kirche“ bietet zudem die St. Ambrosiuskirche in Magdeburg-Sudenburg Möglichkeiten für Andacht und Gebet.



