Kopenhagen, Berlin (epd). Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und weitere Innenminister aus EU-Staaten wollen bis Jahresende zu Vereinbarungen mit Drittstaaten über die Rückführung von in der EU abgelehnten Asylbewerbern kommen. „Wir wollen in diesem Jahr noch eine Vereinbarung mit Drittländern erreichen“, die dann den Aufbau sogenannter Return Hubs ermögliche, sagte Dobrindt nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Dänemark, Griechenland, Österreich und den Niederlanden am Freitag in Kopenhagen.
Dobrindt führte aus, es gebe bereits „technische Gespräche“ mit Ländern außerhalb der Europäischen Union, die weiter vertieft werden sollen. Ein nächstes Treffen der Innenminister der fünf EU-Staaten soll Dobrindt zufolge Ende September in München stattfinden. Auch EU-Kommissar Magnus Brunner ist an den Gesprächen beteiligt.
Zahl der Asylbewerber soll reduziert werden
Der dänische Migrationsminister Morten Bødskov sagte, dass gegebenenfalls gegen Ende des nächsten Jahres die ersten Migranten in solche Zentren abgeschoben werden könnten. Ziel der Innenminister ist es, damit die Zahl der Asylbewerber in Europa zu reduzieren.
Abschiebezentren außerhalb der EU stoßen bei Menschenrechtsorganisationen auf Ablehnung, weil sie befürchten, dass Flüchtlinge und Migranten nicht nach in der EU geltenden rechtsstaatlichen und humanitären Standards behandelt werden. Zudem gilt die Abschiebung in ein Drittland als aufwendig und teuer.
In der EU hatte es erst in jüngster Zeit Gesetzesänderungen gegeben, um die Abschiebung von Menschen in Länder zu erlauben, zu denen sie keinen Bezug haben. Die Länder müssen sich allerdings dazu bereit erklären. Mit welchen Staaten Gespräche geführt werden, verrieten die Minister nicht.



