Wiesbaden (epd). Die Diakonie Hessen begrüßt das neue Förderprogramm der hessischen Landesregierung, das es Pflegeheimen und Kitas erleichtern soll, Klimaanlagen anzuschaffen. Das Land will über einen Zeitraum von drei Jahren zehn Millionen Euro für den Hitzeschutz bereitstellen. „Die Debatte im Landtag macht deutlich: Über die Notwendigkeit von Hitzeschutz besteht heute weitgehend Einigkeit“, sagte Carsten Tag, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Hessen, am Freitag. „Jetzt kommt es auf die Umsetzung an.“
Das Umweltministerium stellt die Fördermittel für die Anschaffung mobiler und teilstationärer Klimaanlagen in Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten bereit. „Wir schaffen eine direkte und kurzfristig wirksame Lösung, um besonders diejenigen zu schützen, die durch hohe Temperaturen am meisten gefährdet sind“, hatte Umweltminister Ingmar Jung (CDU) am Donnerstag in Wiesbaden erklärt. Antragsberechtigt sind laut Ministerium kommunale, freigemeinnützige und private Träger von Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten.
Diakonie begrüßt kurzfristige Hilfen
Die Diakonie Hessen unterstützt ausdrücklich die Ziele des Hitzeaktionsplans und die Bemühungen des Lands, Einrichtungen mit Informationen, Soforthilfen durch mobile Kühlgeräte und Handlungsempfehlungen zu unterstützen. „Mobile Klimageräte können bei akuter Hitze kurzfristig spürbar entlasten“, erklärte Tag. Denn besonders betroffen seien ältere und pflegebedürftige Menschen, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke sowie Kinder.
„Doch die Praxis zeigt: Hitzeschutz entscheidet sich nicht auf dem Papier, sondern in den Gebäuden und im Alltag der Einrichtungen“, erklärte der Chef der Diakonie Hessen weiter. Bei vielen Gebäuden sieht der Wohlfahrtsverband einen großen Sanierungsstau. „Die Einrichtungen wissen längst, was zu tun ist“, sagte Stephanie Silber, Referentin für Nachhaltigkeit bei der Diakonie Hessen. Nun brauche es einen stärkeren Fokus auf die Umsetzung und Finanzierung. „Viele diakonische Träger stoßen bei notwendigen Maßnahmen an praktische Grenzen: fehlende finanzielle Spielräume, komplexe Förderbedingungen und Rahmenbedingungen, die oft nicht zu den Besonderheiten der gemeinnützigen, sozialen Träger passen.“



