Frankfurt a.M. (epd). Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat bekräftigt, dass aus seiner Sicht die AfD für Christen nicht wählbar ist. „Als Christinnen und Christen stehen wir insbesondere für Nächstenliebe und die unverhandelbare Würde jedes Menschen, gerade auch der Schwächsten in unserer Gesellschaft. Dazu gibt es keine Alternative, weder in Deutschland noch anderswo“, sagte Wilmer der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Donnerstag) wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt. Die AfD attackiere diese Grundwerte und hintergehe die demokratische Staatsform als solche.
„Ihre Alternative für Deutschland ist eine Gesellschaft, in der Freiheit, Menschenwürde und Demokratie eingeschränkt werden“, sagte der Bischof von Münster in dem am Mittwochabend in der E-Paper-Ausgabe der Zeitung veröffentlichten Interview. Er appelliere daher an „die Mündigkeit der Wählerinnen und Wähler in Sachsen-Anhalt, ihr Gewissen zu schärfen“.
Der sachsen-anhaltische Landtag wird am Sonntag neu gewählt. In Umfragen liegt die AfD vorn, deren Landesverband vom sachsen-anhaltischen Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft wird.
Appell zu „Differenzierung und Ehrlichkeit“
Wilmer sprach von enormen Herausforderungen und nannte „Kriege, Klimakatastrophe, wirtschaftliche Transformation, internationale Verwerfungen“. „Das kann sehr leicht überfordern. Und da sind einfache Antworten, mit denen das Blaue vom Himmel versprochen wird, verlockend“, sagte der Bischof. Sie seien aber keine Lösung, „sondern es braucht, auch in der Politik, Differenzierung und Ehrlichkeit“.



