Zukunftssorgen schmälern Kinderwunsch

Zukunftssorgen schmälern Kinderwunsch
In Deutschland und ganz Europa werden weniger Kinder geboren. Ein Grund dafür sind auch die Sorgen, die sich junge Menschen um die Zukunft machen.

Wiesbaden (epd). Neben dem Sinken der Geburtenrate in Deutschland und Europa schwindet inzwischen auch der Wunsch, Kinder zu bekommen. Nach Zahlen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung in Wiesbaden wollten 18- bis 39-Jährige in den Jahren 2021 bis 2024 im Durchschnitt noch 1,8 Kinder bekommen, 2025 sei der Wert auf 1,7 Kinder bei Frauen und 1,6 Kinder bei Männern gesunken. Deutlich werde ein Zusammenhang zwischen multiplen Krisen und sinkendem Kinderwunsch, sagten die Forscher des Bundesinstituts am Mittwoch bei der Vorstellung ihrer Studienergebnisse.

Die Zukunftssorgen seien vor allem durch Kriege, die Klimaerwärmung und Ängste vor einer geschwächten Demokratie bedingt. Europaweit sei die Geburtenrate von 1,53 Kindern pro Frau im Jahr 2021 auf 1,34 Kinder im Jahr 2024 gefallen. In Deutschland habe die Zahl der Kinder, die eine Frau im Durchschnitt während ihres Lebens zur Welt bringt, 2025 noch 1,32 betragen.

Auch in früheren Jahren habe es Krisen gegeben, die allerdings nicht zum Absinken des Kinderwunschs geführt hätten, sagte Martin Bujard, Mitautor der Studie und stellvertretender Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung. Aktuell allerdings gebe es mehrere Krisen gleichzeitig, die zudem medial anders verbreitet und dadurch stärker wahrgenommen würden, sagte er.

Sichere Bedingungen vor Ort schaffen

Positiv bewerten junge Menschen regionale Angebote wie Erholungsmöglichkeiten in der Natur und Kitas. Geringer ist die Zufriedenheit mit dem Wohnungsangebot sowie mit Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. Da Zufriedenheit in diesen Bereichen die Absicht beeinflusst, bald ein Kind zu bekommen, empfehlen die Wissenschaftler der Politik, für Sicherheit in Form von bezahlbaren Wohnungen, verlässlicher Kinderbetreuung und sicheren Arbeitsplätzen zu sorgen.

Das für Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung arbeitet mit den repräsentativen Daten der familiendemografischen Studie „Family Research and Demographic Analysis“ (FReDA). Es wurden 30.000 Menschen zwischen 18 und 49 Jahren befragt.