Genf (epd). Die Sturzfluten im Himalaja haben Frauen und Mädchen laut den Vereinten Nationen in besonderem Maß getroffen. Viele schwangere oder stillende Frauen seien ebenso wie Menschen mit Behinderung bei der Katastrophe vorige Woche in Nepal verschwunden, erklärte die Regionaldirektorin für Asien bei UN Women, Christine Arab, am Dienstag in Genf. Sie seien weggespült worden, weil sie nicht in höher gelegene Gebiete hätten fliehen können.
Überlebenden Frauen gehen der UN-Frauenrechtsorganisation zufolge die Lebensmittel aus. Der Zugang zu sauberem Wasser werde immer schwieriger, betonte Arab. Zudem nähmen die Sicherheitsrisiken für Frauen und Mädchen zu. Jeder dritte Haushalt in den betroffenen Gebieten wird laut UN Women von Frauen geführt, da Männer häufig auf der Suche nach Verdienstmöglichkeiten abwanderten.
Über 1.000 Tote bislang
Eine Sturzflut aus Wasser, Schlamm, Eis und Geröll riss am Mittwoch vergangener Woche im Grenzgebiet Nepals zu China ganze Ortschaften mit sich. Ausgelöst wurde sie laut Experten durch einen Gletschereinsturz auf der tibetischen Seite der Grenze. Den nepalesischen Behörden zufolge wurden bislang in Nepal über 1.000 Tote registriert. Tausende Menschen werden noch vermisst, sodass die Zahl der Opfer voraussichtlich weiter steigen wird.
Am Freitag gab UN Women an, dass schätzungsweise über 157.000 Frauen und Mädchen, die in den nepalesischen Distrikten Rasuwa und Nuwakot leben, direkt und indirekt von den Sturzfluten betroffen seien.



