Potsdam (epd). Nach drei Tötungsdelikten an Frauen in Brandenburg hat Justizminister Benjamin Grimm (SPD) zu einer wirksameren Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen aufgerufen. Die in kurzer Folge verübten Tötungsdelikte seien „zutiefst erschütternd“, erklärte er am Dienstag in Potsdam. Erforderlich sei „null Toleranz für häusliche Gewalt“. Es seien dringend Maßnahmen erforderlich, um schwere Gewalttaten gegen Frauen wirksamer zu bekämpfen.
Brandenburg setze dabei auf Prävention, Hochrisikomanagement, Täterarbeit und besseren Opferschutz. Häusliche Gewalt und Femizide dürften nicht „als neues Normal“ akzeptiert werden. „Wir müssen alles tun, um uns dieser Entwicklung entgegenzustellen“, erklärte Grimm.
Geschlechtsbezogene Tatmotive besser erfassen
In Erkner war am Montag eine 24-jährige Frau infolge eines Angriffs eines 29-jährigen Bekannten ums Leben gekommen. Am Freitag waren in Gosen-Neu Zittau eine 18-jährige Frau und ein 30-jähriger Mann durch eine Gewalttat gestorben, tatverdächtig ist der Ex-Freund der Frau. In Hohen Neuendorf war am 13. August eine 19-Jährige mit schweren Verletzungen tot in der Wohnung ihres Freundes gefunden worden. Täter war laut Polizei wohl der gleichaltrige Freund der Frau, der sich nach dem Tötungsdelikt selbst das Leben nahm.
Grimm betonte, bei vorsätzlichen Tötungsdelikten müssten geschlechtsbezogene Tatmotive „klarer erfasst und tatbestandlich präzisiert werden“. Beim Hochrisikomanagement werde daran gearbeitet, besonders die Fälle früh zu erkennen, bei denen eine besonders hohe Gefahr schwerer oder tödlicher Gewalt besteht.



